Mehrere EU-Länder fordern besseren Tierschutz bei Transporten

18.07.2022 17:44

Brüssel (dpa) - Deutschland und andere EU-Länder fordern kürzere

Zeiten von Tiertransporten. Das geht aus einem Positionspapier
hervor, das bei einem Treffen der EU-Agrarminister am Montag in
Brüssel vorgestellt wurde. Die Dauer von Tiertransporten soll laut
der Initiative auf maximal acht Stunden begrenzt werden, sagte
Bundesagrarminister Cem Özdemir.

«Wir haben da zum Teil skandalöse Bilder, die unsere Bevölkerung zu
Recht empören», so der Grünen-Politiker. Tiere seien fühlende
Lebewesen. «Die Bilder von toten und verletzten Tieren sind
unerträglich.» Die für den Tierschutz zuständigen Ministerinnen und

Minister in Belgien, Dänemark, Deutschland, den Niederlanden und
Schweden fordern, mehrere Tierschutzvorschriften der EU zu
überarbeiten.

Dies beinhaltet etwa, konkretere Berechnung der Tierplätze in
Transportern sowie einen besseren Tierschutz von Kälbern, die noch
auf Muttermilch angewiesen sind, vorzunehmen. Zudem sollen bestimmte
Transporte ganz verboten werden. Wie dies konkret ausgestattet werde,
müsse aber noch genauer analysiert werden, heißt es in
dem Positionspapier.

Bisher sind Tiertransporte zum Beispiel mit Schweinen in speziell
ausgerüsteten Fahrzeugen maximal 24 Stunden lang erlaubt, sofern sie
ständig Zugang zu Wasser haben. Für Rinder, Schafe und Ziegen sind
höchstens 28 Stunden Fahrt mit einer Stunde Tränkepause vorgesehen.

Für die Tierschutzorganisation Vier Pfoten geht die Initiative nicht
weit genug. «Die Ausfuhr von Tieren aus der EU wie auch
Lebendtiertransporte innerhalb der EU führen nachweislich sehr oft zu
schwerem Tierleid», sagte ein Sprecher. Lebendtiertransporte in
Länder außerhalb der EU sollen demnach abgeschafft werden.
«Ausnahmeregelungen darf es nicht geben, da dadurch die Gefahr
besteht, dass Tiere auf Umwegen über die erlaubten Länder in andere,
verbotene Drittländer gebracht werden.»



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