Selenskyj will der EU in Energiekrise mit Strom helfen

27.07.2022 23:18

Kiew (dpa) - Mit Blick auf die Energiekrise in Europa hat der
ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj der EU eine Unterstützung
mit Strom aus seinem Land angeboten. «Wir bereiten uns auf die
Erhöhung unseres Stromexports für die Verbraucher in der Europäischen

Union vor», sagte der Staatschef am Mittwochabend in Kiew in seiner
abendlichen Videobotschaft.

«Unser Export erlaubt es uns nicht nur, Devisen einzunehmen, sondern
auch unseren Partnern, dem russischen Energiedruck zu widerstehen»,
meinte er mit Blick auf die von Russland deutlich reduzierten
Gaslieferungen. Gas wird auch zur Verstromung genutzt. Russlands
Energieriese Gazprom hatte die Lieferungen durch die Ostsee-Pipeline
Nord Stream 1 wegen angeblicher technischer Probleme am Mittwoch
erneut gesenkt - diesmal auf 20 Prozent des maximalen Umfangs.

«Schrittweise machen wir die Ukraine zu einem der Garanten der
europäischen Energiesicherheit, eben über unsere inländische
Elektroenergieproduktion», meinte Selenskyj. Die Ukraine hatte vor
Russlands Angriffskrieg, den Moskau im Februar begonnen hatte, ihren
Bedarf zu 50 Prozent aus Atomstrom gedeckt. Das Land war zudem auf
Stromimporte aus Russland und Belarus angewiesen.

Wie Selenskyj erklärte, wird ein Großteil der Energie nicht
gebraucht, da wegen des Kriegs die Produktion stillsteht. Allerdings
hatten die russischen Truppen zuletzt auch das größte Atomkraftwerk
in Enerhodar, ein Wasserkraftwerk am Fluss Dnipro und mindestens zwei
Kohlekraftwerke eingenommen.

«Wir werden unser ganzes Land mit militärischen, diplomatischen und
allen anderen zugänglichen Instrumenten befreien», sagte Selenskyj.
Mit Blick auf die von ukrainischen Streitkräften bombardierte Brücke
über dem Fluss Dnipro im südlichen Gebiet Cherson betonte der
Staatschef, dass nach der Rückeroberung alles wieder aufgebaut werde.



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