Mitarbeiter der EU-Kommission Ziel von Pegasus-Spähsoftware

28.07.2022 16:37

Brüssel (dpa) - Die Handys von EU-Justizkommissar Didier Reynders und
mehreren Mitarbeitern der EU-Kommission sind Ziel der berüchtigten
Pegasus-Spyware geworden. Die Untersuchung der Brüsseler Behörde sei
zwar noch nicht abgeschlossen, doch seien bei mehreren
Gerätekontrollen «Hinweise auf Kompromittierung» entdeckt worden,
heißt es in einem Schreiben von Reynders an die Europaabgeordnete
Sophie in 't Veld. Es sei jedoch unmöglich, mit Sicherheit einen
bestimmten Angreifer dafür verantwortlich zu machen. Ein Sprecher der
Behörde wollte am Donnerstag aus Sicherheitsgründen keine Auskünfte
zu dem Thema geben.

Hintergrund sind Enthüllungen über die vom israelischen Unternehmen
NSO angebotene Überwachungssoftware Pegasus. Demnach wurden mit
Pegasus in verschiedenen Ländern Journalisten, Menschenrechtler und
Politiker ausgespäht. In der EU nutzten polnische, ungarische und
spanische Behörden die Software.

In dem Schreiben vom Montag, das der Deutschen Presse-Agentur
vorliegt, heißt es nun, dass Reynders im November 2021 offiziell vom
iPhone-Konzern Apple darüber informiert worden sei, dass sein Handy
womöglich Ziel der Pegasus-Software gewesen sei. Überprüfungen von
Reynders privatem und dienstlichem Handy hätten jedoch nicht
bestätigt, dass Pegasus erfolgreich gewesen sei. Auch die Geräte von
anderen Kommissionsmitarbeitern, die eine ähnliche Apple-Nachricht
erhalten hätten, seien untersucht worden. Hier sei der Verdacht von
Apple ebenso wenig bestätigt worden.



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