EU-Partner drängen Deutschland zur Verschiebung des Atomausstiegs

29.07.2022 04:08

Brüssel (dpa) - Angesichts der Gaskrise wächst in anderen EU-Staaten
der Unmut über das Festhalten der Bundesregierung am Atomausstieg.
Nach Recherchen der Deutschen Presse-Agentur dringen mittlerweile
mehrere Länder darauf, die verbliebenen drei Kernkraftwerke nicht wie
geplant Ende des Jahres abzuschalten. Zudem wird gefordert, ein
Wiederhochfahren der drei zuletzt vom Netz genommenen Meiler zu
prüfen.

Aus Sicht von Ländern wie Ungarn, Rumänien, der Slowakei und
Frankreich könnte ein Weiterbetrieb deutscher Atomkraftwerke
erheblich dazu beitragen, Gas zu sparen, da in der Bundesrepublik
zuletzt noch immer etwa 15 Prozent des Stroms von Gaskraftwerken
erzeugt wurde. Sollte Russland seine Gaslieferungen in die EU
komplett einstellen, wären dann mehr Reserven für das Heizen von
Haushalten und für die Industrie verfügbar.

«Wenn Deutschland Gas sparen möchte, dann möge es doch bitte seine
Atomkraftwerke weiterlaufen lassen - beziehungsweise die drei, die
letztes Jahr abgeschaltet wurden, die könnten ja wieder ans Netz
gehen», kritisierte etwa der slowakische Wirtschaftsminister Richard
Sulík am Dienstag am Rande von EU-Beratungen in Brüssel. Ähnlich
hatte sich kurz zuvor bereits der ungarische Ministerpräsident Viktor
Orban geäußert.



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