Spanien spart Energie: Klimaanlagen runter, Lichter aus, Türen zu

02.08.2022 00:13

Madrid (dpa) - Die spanische Regierung hat wegen des russischen
Angriffskriegs gegen die Ukraine «dringende Maßnahmen» zur Einsparung

und zur effizienteren Nutzung von Energie beschlossen. Alle Gebäude
des öffentlichen Sektors, aber auch Kaufhäuser, Kinos,
Arbeitsstätten, Hotels, Bahnhöfe und Flughäfen werden künftig ihre

Räumlichkeiten im Sommer auf nicht weniger als 27 Grad abkühlen und
im Winter auf höchstens 19 Grad beheizen dürfen. Das sei auf der
wöchentlichen Kabinettssitzung in Madrid beschlossen worden, erklärte
am Montagabend die Ministerin für Ökologischen Wandel, Teresa Ribera.

Die Maßnahmen des königlichen Dekrets müssen nach Angaben Riberas
spätestens nach einer einwöchigen «Anpassungsperiode» nach
Veröffentlichung im Amtsblatt umgesetzt werden. Sie sollen bis zum 1.
November 2023 in Kraft bleiben. Es handele sich um ein erstes
Maßnahmenpaket, das in einer «kritischen Lage» nötig sei. Europa
benötige die Hilfe Spaniens. «Es ist an der Zeit, solidarisch zu
sein», betonte die Ministerin der linksgerichteten Regierung.

Neben anderen Maßnahmen müssen Läden und Betriebe mit automatischen
Systemen, die bis zum 30. September installiert sein müssen, ihre
Türen geschlossen halten, um je nach Jahreszeit das Entweichen von
Wärme oder kühler Luft zu vermeiden. Die Beleuchtung von nicht
benutzen Büros, von Schaufenstern und Denkmälern muss außerdem nach
22 Uhr ausgeschaltet werden. Überprüfungen der Energieeffizienz von
bestimmten Gebäuden sollen vorgezogen werden. Die Privatwirtschaft
rief Ribera dazu auf, das Arbeiten im Homeoffice zu verstärken.

Mit diesen und mit weiteren Maßnahmen, die nach der Sommerpause
beschlossen werden sollen, will Spanien die vom Land im Rahmen des in
der vorigen Wochen vereinbarten europäischen Notfallplans
eingegangenen Verpflichtungen einhalten. Das Land soll den Gaskonsum
um sieben Prozent reduzieren. Spanien hatte sich wie andere EU-Länder
dem Notfallplan zunächst widersetzt, das Vorhaben nach
Zugeständnissen aber am Ende gebilligt.



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