Özdemir: Brauchen permanent mehr Exportwege für Getreide aus Ukraine

02.08.2022 02:03

Berlin (dpa) - Bundesagrarminister Cem Özdemir hat die Notwendigkeit
für den Ausbau alternativer Transportwege für Getreide aus der
Ukraine betont. «Es geht um permanente Alternativen, nicht um
temporäre», sagte der Grünen-Politiker der «Rheinischen Post»
(Dienstag). «Ich will die EU-Kommission dafür gewinnen, den Ausbau
alternativer Exportrouten zu forcieren.» Die Ukraine dürfe in der
Frage nicht weiter auf Russland angewiesen sein.

Angesichts der Wiederaufnahme der Getreideexporte in Folge des
Abkommens zwischen den Kriegsgegnern Ukraine und Russland unter
Vermittlung der Türkei und den Vereinten Nationen warnte Özdemir vor
zu viel Zuversicht. «Jedes Transportschiff, das sicher ukrainische
Häfen verlässt, ist ein Hoffnungsschimmer - für die Ukraine und für

die hungernden Menschen in dieser Welt», sagte er. «Bei aller
Hoffnung ist aber zu bedenken: Letztlich stützt man sich auf das Wort
des Aggressors Putin - und was Putins Wort wert ist, erleben wir
gerade schmerzlich.»

Ein Sprecher des Auswärtigen Amtes hatte sich am Montag nach dem
Auslaufen eines ersten Frachtschiffs aus dem Schwarzmeerhafen Odessa
seit Kriegsbeginn ähnlich wie Özdemir geäußert und gesagt, dass die

Bundesregierung mit Hochdruck an der Schaffung alternativer Routen
arbeite.

Mit den Lieferungen aus der Ukraine sollen Millionen Tonnen Getreide
wieder für den Weltmarkt verfügbar werden. Die Ukraine zählte vor dem

russischen Angriffskrieg zu den wichtigsten Getreide-Exporteuren der
Welt. Für das Land geht es um Milliardeneinnahmen.



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