Staatliches Ladesäulennetz: Wettbewerber reichen Beschwerde ein

03.08.2022 11:17

Berlin (dpa) - Gegen das geplante Ladesäulen-«Deutschlandnetz» für

die Elektromobilität haben Ladesäulen-Betreiber Beschwerde bei der
EU-Kommission eingelegt. Die EU-Kommission bestätigte am Mittwoch,
dass man «Informationen von Marktteilnehmern» hinsichtlich der
Unterstützung für Schnellladestationen bekommen habe. Diese werde man
nun prüfen. Man sei auch mit den deutschen Behörden wegen der
Maßnahmen in Kontakt. Zuvor hatte das «Handelsblatt» berichtet.

Die Vorsitzende des Betreiber-Interessenverbands Inspire, Katharina
Boesche, sagte auf Anfrage, «es hat niemand was dagegen, dass
Ladeinfrastruktur mit Bundesmitteln gefördert wird». Problematisch
sei hingegen die vollständige öffentliche Finanzierung des
Netzaufbaus sowie -betriebs. Private Betreiber könnten mit den
staatlich festgesetzten Preislimits für die Stromabgabe an den
öffentlichen Ladesäulen nicht mithalten. Laut Boesche ist auch das
Unternehmen Allego beteiligt.

Nach den Plänen der Regierung soll die nächste Schnellladesäule für

Elektroautos in zehn Minuten erreichbar sein. Umstritten sind die
Preislimits, die Firmen einhalten müssen, wenn sie sich an dem Netz
beteiligen wollen. Ladesäulenbetreiber fühlen sich von den
Preisvorgaben bedroht und beklagen eine Wettbewerbsverzerrung durch
den Bund. Die Pläne stammen noch vom früheren Bundesverkehrsminister
Andreas Scheuer (CSU). Auch die aktuelle Bundesregierung halte daran
fest, kritisierte Boesche.



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