EU-Innenkommissarin: Es kommen nicht mehr viele Ukraine-Flüchtlinge

03.08.2022 14:04

Brüssel (dpa) - Die Zahl der Ukraine-Flüchtlinge in der EU ist nach
Angaben der Europäischen Kommission aktuell relativ konstant. Die
Zahl der Menschen, die in der EU ankämen, entspreche derzeit etwa
jener der Einreisen aus dem Staatenbund in die Ukraine, sagte
EU-Innenkommissarin Ylva Johansson am Mittwoch im Gespräch mit
mehreren Nachrichtenagenturen. Täglich reisten zwischen 35 000 und
40 000 Menschen aus der EU in die Ukraine. Zugleich betonte die
Schwedin, dass dies nicht die Zahl derer sei, die dauerhaft
zurückkehrten. Einige von ihnen lebten schlicht in der Grenzregion.

«Im Moment sehen wir nicht viele Leute kommen. Und deshalb liegt der
Fokus darauf, diejenigen zu unterstützen, die zurückkehren möchten»
,
sagte Johansson. Doch müsse man angesichts des russischen Kriegs
gegen die Ukraine vorsichtig bleiben. Falls die Lage schlechter
werde, seien die Menschen jederzeit wieder in der EU willkommen.
Belastbare Daten darüber, wie viele Menschen sich für eine dauerhafte
Rückkehr entschieden, gebe es nicht. Darüber wolle sie auch mit den
EU-Staaten sprechen, sagte Johansson, die am Dienstag die ukrainische
Hauptstadt Kiew besucht hatte.

Man erlebe in der Ukraine derzeit zweierlei, sagte Johansson. «Der
Krieg geht weiter, aber gleichzeitig möchten die Ukrainer so weit wie
möglich zur Normalität zurückkehren.» Dies sei nicht überall mö
glich,
aber in Teilen des Landes. Deshalb versuche die Regierung etwa,
Schulen wieder aufzubauen, Minen zu beseitigen und sich auf den
Winter vorzubereiten. Auch die EU helfe, etwa mit Hunden zum
Aufspüren von Minen oder mit Geld. Wichtig sei, dass auch jene, die
dauerhaft in die Ukraine zurückkehrten, wieder in der EU willkommen
seien, falls sich die Lage verschlechtere. Es gebe viele
Missverständnisse und große Angst bei den Betroffenen. Deshalb
wollten die EU und die Ukraine gemeinsam darüber aufklären.



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