EU-Vertreter: Lösung im Atomstreit mit Iran möglich, aber schwierig

04.08.2022 22:07

Wien (dpa) - Eine Wiederherstellung des Atomabkommens mit dem Iran
aus dem Jahr 2015 ist laut einem hochrangigen EU-Vertreter noch
möglich. Dafür müssten jedoch noch einige bislang ungelöste Fragen

geklärt werden, sagte er zu den Verhandlungen, die am Donnerstag in
Wien nach fünfmonatiger Pause wieder aufgenommen wurden. «Ich denke,
dass es eine echte Chance auf eine Einigung gibt, aber es wird nicht
leicht.»

Zur Rettung des Paktes, der den Bau von iranischen Atombomben
verhindern soll, müssten sich die Vertreter Teherans und Washingtons
noch auf Modalitäten zur Aufhebung gewisser Sanktionen gegen den Iran
einigen, sagte der EU-Vertreter, der namentlich nicht genannt werden
wollte. Weitere offene Punkte beträfen Einschränkungen der
Anreicherung von Uran, das im Iran derzeit zu einem fast
waffenfähigen Reinheitsgrad von 60 Prozent angereichert wird, sowie
die Rückkehr zu einer umfassenden Überwachung durch die
Internationale Atomenergiebehörde (IAEA).

Iran und Washington seien indes bereits übereingekommen, die
strittige US-Einstufung der iranischen Revolutionsgarden als
Terrororganisation erst zu einem späteren Zeitpunkt zu klären. Der
vorliegende Lösungsentwurf, über den in Wien auch deutsche Diplomaten
verhandeln, enthalte auch Garantien für den Fall eines neuerlichen
Ausstiegs der Vereinigten Staaten aus dem Pakt, so der EU-Vertreter.

Der vorige US-Präsident Donald Trump hatte das Abkommen im Mai 2018
aufgekündigt und Wirtschaftssanktionen gegen den Iran verhängt. Die
Islamische Republik ignorierte daraufhin die vereinbarten
Beschränkungen seines Atomprogramms.



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