Ärger wegen G7 und Taiwan: China bestellt auch Japans Botschafter ein

05.08.2022 08:10

Peking (dpa) - Aus Verärgerung über die Kritik Japans im Rahmen der
Gruppe der sieben führender demokratischer Wirtschaftsmächte (G7) an
Chinas Manövern um Taiwan hat das Pekinger Außenministerium auch den
japanischen Botschafter einbestellt. Das Außenamt berichtete am
Freitag, ihm sei ein formeller Protest übergeben worden. Am Tag zuvor
waren ähnlich schon die Botschafter der weiteren G7-Staaten und der
EU-Vertreter einbestellt worden.

Die G7 hatte in einer Stellungnahme ihrer Außenminister ihre Sorge
geäußert und betont, es gebe keinen Grund dafür, einen Besuch als
Vorwand «für aggressive militärische Aktivitäten» zu benutzen. Ch
ina
hatte die Manöver als Reaktion auf die Visite der Vorsitzenden des
US-Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, in Taiwan gestartet. Es war
die ranghöchste Visite aus den USA seit einem Vierteljahrhundert.

Die kommunistische Führung ist verärgert, weil sie Taiwan für sich
beansprucht. Peking sieht die Insel als Teil der Volksrepublik an und
droht mit einer militärischen Eroberung. Taiwan hingegen versteht
sich als unabhängig. Mit seiner «Ein-China-Doktrin» lehnt Peking
offizielle Kontakte anderer Länder zu Taipeh strikt ab. Wegen des
Drucks aus Peking unterhalten nur wenige, meist kleinere Staaten
diplomatische Beziehungen zu der Inselrepublik.



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