USA kritisieren Chinas Reaktion auf Pelosis Besuch in Taiwan

05.08.2022 20:38

Washington (dpa) - Die US-Regierung hat scharfe Kritik an der
chinesischen Reaktion auf den Besuch der US-Spitzenpolitikerin Nancy
Pelosi in Taiwan geübt. Der Kommunikationsdirektor des Nationalen
Sicherheitsrats, John Kirby, nannte die Schritte am Freitag bei einer
Telefonschalte mit Journalisten «unverantwortlich» und «eine
Überreaktion der Chinesen». Unverständnis zeigte Kirby unter anderem

darüber, dass die Chinesen den Dialog über Klimaschutz mit den USA
gestoppt haben. «Sie glauben, dass sie uns bestrafen, indem sie
diesen Kanal schließen. In Wirklichkeit bestrafen sie die ganze Welt,
denn die Klimakrise kennt keine geografischen Grenzen.»

Kirby verurteilte auch die Sanktionen, die China gegen Pelosi
verhängt hat. «Sie hatte jedes Recht zu reisen.» Dass China auch
bestimmte Kommunikationskanäle zwischen den Militärs der beiden
Länder gekappt habe, erhöhe besonders vor dem Hintergrund der
«provokativen Militärübungen» Pekings das Risiko von
Fehleinschätzungen. Die USA wollten keine Krise mit China, und es
gebe keinen Grund für eine solche Krise. Das habe die US-Regierung
auch dem chinesischen Botschafter in Washington bei einem Treffen
deutlich gemacht.

China wirft Pelosi vor, sich «ernsthaft in innere Angelegenheiten
Chinas eingemischt» zu haben. Die kommunistische Führung lehnt
offizielle Kontakte anderer Staaten zu Taiwan ab, weil sie die Insel
für sich beansprucht. Peking sieht das selbst regierte Taiwan als
Teil der Volksrepublik an und droht mit einer gewaltsamen Eroberung.
Die 23 Millionen Taiwaner hingegen verstehen sich als unabhängig.



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