EU verurteilt Tötung von Al-Dschasira-Journalist im Gazastreifen
11.08.2025 21:43
Berichterstatter im Gazastreifen arbeiten unter Lebensgefahr. Nun
sind fünf Mitarbeiter des Senders Al-Dschasira durch das israelische
Militär getötet worden. Die EU reagiert.
Gaza/Tel Aviv/Brüssel (dpa) - Die EU hat die Tötung des
Al-Dschasira-Korrespondenten Anas al-Scharif sowie vier weiterer
Mitarbeiter des Senders durch die israelischen Streitkräfte im
Gazastreifen verurteilt. Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas teilte
zudem mit, man nehme den israelischen Vorwurf zur Kenntnis, dass es
sich bei der Gruppe um Hamas-Terroristen handelte. «Aber in solchen
Fällen müssen im Sinne der Rechtsstaatlichkeit eindeutige Beweise
vorgelegt werden», forderte die Estin.
Israels Militär hatte bei einem Luftangriff im Gazastreifen nach
Al-Dschasira-Angaben die fünf Mitarbeiter getötet. Al-Scharif und
seine Kollegen seien bei einem gezielten Angriff auf ein Zelt für
Journalisten in der Stadt Gaza im Norden des Gazastreifens ums Leben
gekommen. Israels Militär bestätigte den Tod von al-Scharif. Der
28-Jährige habe sich als Al-Dschasira-Journalist ausgegeben, aber
eine Terrorzelle der islamistischen Hamas angeführt. Nach Angaben der
Organisation Reporter ohne Grenzen wurde außerdem ein freier
Journalist getötet, insgesamt betrage die Zahl der Toten damit
sechs.
Kallas drang nach einer Videokonferenz der EU-Außenminister zudem auf
mehr Unterstützung für die notleidenden Menschen im abgeriegelten
Gazastreifen. Es kämen zwar mehr Hilfsgüter an, doch der Bedarf sei
noch viel größer. «Wir fordern Israel dringend auf, mehr Lastwagen
zuzulassen und eine bessere Verteilung der Hilfe zu ermöglichen.»