Europäer suchen gemeinsame Linie mit Trump zur Ukraine
12.08.2025 17:30
US-Präsident Trump und Russlands Präsident Putin wollen am Freitag
über ein Ende des Ukraine-Kriegs verhandeln. Die Europäer befürchten,
dass sie und Kiew übergangen werden. Können sie das verhindern?
Berlin (dpa) - Vor dem Treffen von Donald Trump mit Kremlchef
Wladimir Putin in Alaska suchen Kanzler Friedrich Merz und andere
Europäer eine gemeinsame Linie mit dem US-Präsidenten. Die
europäischen Staats- und Regierungschefs wollen am Mittwoch auf
Initiative von Merz zusammen mit dem ukrainischen Präsidenten
Wolodymyr Selenskyj bei einer Videokonferenz mit Trump und seinem
Vizepräsidenten JD Vance sprechen.
Vor dem Gespräch mit Trump wollen die Europäer in einer Schalte
zusammen mit EU und Nato sowie Selenskyj unter sich beraten. Im
Anschluss an die Beratungen mit dem US-Präsidenten wollen die
Europäer unter sich über die Ergebnisse sprechen.
Europäer fürchten, dass sie übergangen werden
Die Europäer befürchten, dass Trump und Putin am Freitag im
US-Bundesstaat Alaska von Kiew abgelehnte Gebietsabtretungen der
Ukraine an Russland festzurren könnten. Trump stellt das geplante
Treffen als Versuch dar, einem Ende der seit rund dreieinhalb Jahre
andauernden Kämpfe näherzukommen. Er sprach in diesem Kontext von
einem möglichen Gebietstausch zwischen der Ukraine und Russland. Die
Ukraine lehnt Gebietsabtretungen strikt ab.
Die Bundesregierung hatte erklärt, bei den Gesprächen solle es um
weitere Handlungsoptionen gehen, um Druck auf Moskau zu erzeugen.
Darüber hinaus solle über die Vorbereitung möglicher
Friedensverhandlungen und damit verbundene Fragen zu
Territorialansprüchen und Sicherheiten gesprochen werden.
EU und Nato in Gespräche einbezogen
An den Beratungen vor dem Gespräch mit Trump sollen neben Merz die
Staats- und Regierungschefs aus Frankreich, Großbritannien, Italien,
Polen und Finnland sowie EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der
Leyen, EU-Ratspräsident António Costa, Nato-Generalsekretär Mark
Rutte sowie Selenskyj teilnehmen.