EU-Vertreter und 26 Außenminister fordern NGO-Zugang zu Gaza

12.08.2025 19:14

Im Gazastreifen werden dringend Lebensmittel, sauberes Wasser und
Medikamente gebraucht. Die Außenminister der meisten EU-Staaten und
anderer Länder richten einen klaren Appell an Israel.

Brüssel (dpa) - Vertreterinnen und Vertreter von 26 westlichen
Staaten und der EU-Kommission machen Druck auf Israel,
Hilfslieferungen in den Gazastreifen zuzulassen. «Alle Grenzübergänge

und Routen müssen genutzt werden, um eine Flut von Hilfsgütern nach
Gaza zu ermöglichen», heißt es in einer gemeinsamen Erklärung von
drei EU-Kommissarinnen - darunter EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas -
sowie den Außenministerinnen und Außenministern der meisten EU-Länder

und von Australien, Kanada, Island, Japan, Norwegen, der Schweiz und
Großbritannien. Deutschland ist nicht dabei.

«Vor unseren Augen breitet sich eine Hungersnot aus», heißt es in der

Erklärung. Es seien jetzt dringende Maßnahmen notwendig, um sie zu
stoppen. Gebraucht würden unter anderem Nahrung, Unterkünfte,
Treibstoff, sauberes Wasser und Medikamente. Außerdem müssten
Zivilisten und Helfer an den Verteilungsstellen geschützt werden.

Die israelische Regierung müsse den Vereinten Nationen,
Nichtregierungsorganisationen und humanitären Akteuren sofort und
dauerhaft Zugang zu dem palästinensischen Gebiet ermöglichen,
forderten die Vertreterinnen und Vertreter weiter. 

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu bekräftigte
zuletzt, es gebe keine Hungernot im Gazastreifen. Israel habe das
Küstengebiet mit Hilfsgütern «überflutet», die Einzigen, die
hungerten, seien die Geiseln in der Macht der Hamas.