Selenskyj kommt zu Videoschalten nach Berlin

13.08.2025 08:56

Vor Trumps Ukraine-Gipfel mit Putin schalten sich die Europäer mit
dem US-Präsidenten zusammen. Kanzler Merz erwartet einen Gast, der
direkt betroffen ist.

Berlin (dpa) - Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj will
heute in Berlin persönlich an den Videoschalten zum Alaska-Gipfel
über die Zukunft seines Landes teilnehmen. Er werde am Mittag in der
Hauptstadt erwartet, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus
Regierungskreisen. Zuvor hatten die «Bild» und die ARD berichtet. 

Initiiert wurden die Schalten mit europäischen Staats- und
Regierungschefs von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU). Ziel ist es,
eine gemeinsame Linie mit US-Präsident Donald Trump zu finden, bevor
dieser am Freitag im US-Bundesstaat Alaska Kremlchef Wladimir Putin
trifft. 

Merz will enge europäische Verbündete der Ukraine zunächst um 14.00
Uhr im Lagezentrum des Kanzleramts zu einer Vorbesprechung der
Folgeberatungen mit Trump zusammenschalten. Teilnehmen sollen die
Staats- und Regierungschefs aus Frankreich, Großbritannien, Italien,
Polen und Finnland, EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen,
EU-Ratspräsident António Costa, Nato-Generalsekretär Mark Rutte sowie

Selenskyj.

Schalte mit Trump und Vance 

Bei der von 15.00 Uhr an geplanten Videoschalte mit Trump soll auch
dessen Vizepräsident JD Vance dabei sein. Im Anschluss will der
Bundeskanzler die Ergebnisse in der sogenannten Koalition der
Willigen unter Federführung von Deutschland, Frankreich und
Großbritannien nachbesprechen. Merz plant, die Öffentlichkeit nach
der Schalte mit Trump in einer Pressekonferenz zu informieren. 

Die Europäer und Selenskyj befürchten, dass sich Trump und Putin in
Alaska auf Gebietsabtretungen der Ukraine an Russland verständigen
könnten, die Kiew strikt ablehnt. Sie dürften von Trump eine Zusage
erreichen wollen, dass er mit Putin keinen Deal über die Köpfe der
Ukrainer und der Europäer hinweg macht. 

Der deutsche Regierungssprecher Stefan Kornelius hatte erklärt, bei
den Gesprächen solle es um weitere Handlungsoptionen gehen, um Druck
auf Moskau zu erzeugen. Zudem solle über die Vorbereitung möglicher
Friedensverhandlungen und damit verbundene Fragen zu
Gebietsansprüchen und Sicherheiten gesprochen werden. Der britische
Premierminister Keir Starmer forderte erneut Sicherheitsgarantien für
die Ukraine.