EU gibt Milliarden für russisches Flüssigerdgas aus

19.08.2025 12:27

Für ihre Energieversorgung importiert die EU Flüssigerdgas - trotz
des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine auch aus Russland.
Und gibt dafür sogar mehr Geld aus.

Brüssel (dpa) - Die EU hat im ersten Halbjahr 2025 Flüssigerdgas aus
Russland im Wert von rund 4,48 Milliarden Euro importiert. Im
gleichen Zeitraum im Vorjahr war es noch Gas im Wert von rund 3,47
Milliarden Euro, wie aus Daten der EU-Statistikbehörde Eurostat
hervorgeht.

Insgesamt wurde in den ersten sechs Monaten dieses Jahres
Flüssigerdgas (LNG; liquefied natural gas) im Wert von rund 26,9
Milliarden Euro importiert. Das meiste - für rund 13,7 Milliarden
Euro - kam aus den USA. Angaben der EU-Kommission zufolge waren die
Vereinigten Staaten 2024 mit fast 45 Prozent der Gesamteinfuhren von
LNG der größte LNG-Lieferant der EU.

Anders als für fossile Energieträger wie Öl und Kohle hat die EU
wegen Abhängigkeiten bislang keine Gas-Sanktionen auf den Weg
gebracht. Als Flüssigerdgas (LNG) und via der Pipeline Turkstream
kommt derzeit weiter Gas in die Staatengemeinschaft. Vor dem
Hintergrund des seit Februar 2022 andauernden russischen
Angriffskriegs gegen die Ukraine will die EU-Kommission russisches
Gas jedoch schrittweise komplett aus dem Markt verbannen.

EU-Kommission treibt Einfuhrverbot voran

Nach den Brüsseler Plänen sollen langfristige Lieferverträge ab dem
1. Januar 2028 nicht mehr erfüllt werden dürfen. Kurzfristige
Verträge sollen bereits ab dem 17. Juni 2026 untersagt werden. Für
neu geschlossene Verträge wäre schon zum 1. Januar 2026 Schluss. Der
Vorschlag muss noch von den Mitgliedstaaten und dem EU-Parlament
verhandelt werden.

Eine Sprecherin des Bundeswirtschaftsministeriums sagte auf Anfrage,
es sei wichtig, einseitige Abhängigkeiten weiter zu verringern und
keinen Beitrag mehr zur Finanzierung des Krieges zu leisten.
Versorgungssicherheit und Preisstabilität müssten dabei stets im
Blick bleiben.