Außen- und Verteidigungsminister beraten in Kopenhagen

28.08.2025 19:48

Wie geht es weiter mit der Unterstützung der Ukraine? Und was ist mit
möglichen Sanktionen gegen Israel? Um Fragen wie diese geht es jetzt
bei EU-Treffen in Dänemark.

Kopenhagen (dpa) - Die Verteidigungsminister und Außenminister der
EU-Staaten kommen an diesem Freitag zu Beratungen in der dänischen
Hauptstadt Kopenhagen zusammen. Bei beiden Treffen soll es vor allem
um die weitere Unterstützung der von Russland angegriffenen Ukraine
gehen. Für die Verteidigungsminister stellt sich dabei unter anderem
die Frage, wie sich die EU an militärischen Sicherheitsgarantien für
die Ukraine beteiligen könnte, sollte es irgendwann einmal zu einem
Waffenstillstandsabkommen zwischen Kiew und Moskau kommen.

Die Außenminister wollen hingegen darüber sprechen, wie der
Sanktionsdruck auf Russland weiter erhöht werden könnte und ob in der
EU eingefrorene russische Vermögenswerte noch effizienter zur
Finanzierung von Unterstützung für die Ukraine genutzt werden
könnten. Bislang werden lediglich Zinserträge dafür verwendet.

Neue Dynamik in die Beratungen könnten dabei auch die jüngsten
schweren russischen Luftangriffe auf Kiew bringen. Bei ihnen wurde am
Donnerstag auch die EU-Vertretung in der ukrainischen Hauptstadt
beschädigt.

Bislang keine ausreichende Mehrheit für Israel-Sanktionen

Weiteres Thema bei den Außenministern sind mögliche EU-Sanktionen
gegen Israel wegen der humanitären Lage im Gazastreifen. Bislang gibt
es insbesondere wegen Deutschland und Italien nicht die erforderliche
Mehrheit dafür. 

Die Beratungen der Verteidigungsminister sind für den Vormittag
angesetzt. Deutschland wird dabei von Staatssekretär Sebastian
Hartmann vertreten, da Minister Boris Pistorius in Frankreich an
einem deutsch-französischen Ministerrat teilnimmt. Die bis
Samstagnachmittag geplanten Gespräche der Außenminister sollen am
Freitagabend mit einem Abendessen beginnen, zu dem auch der
ukrainische Außenminister Andrij Sybiha sowie die Anführerin der
belarussischen Opposition, Swetlana Tichanowskaja, erwartet werden.
Der deutsche Außenminister Johann Wadephul will nach dem
deutsch-französischen Ministerrat ebenfalls anreisen. Weitreichende
Entscheidungen werden nicht erwartet, da beide Treffen in Kopenhagen
nur informell sind.