EU-Bericht: Großteil erfasster illegaler Produkte aus China
28.08.2025 20:17
Produkte auf dem EU-Markt müssen gewisse Standards erfüllen. Nicht
alle importierten Artikel aus dem Ausland tun das. Nun legt die EU
einen Bericht dazu vor.
Brüssel (dpa) - Die meisten von EU-Staaten bei Zollkontrollen
abgefangenen illegalen Produkte kommen laut einem Bericht der
Europäischen Kommission aus China. Die Anzahl der abgelehnten Artikel
aus dem Land sei im Jahr 2024 stark gestiegen, im Vergleich zu 2022
um fast 180 Prozent auf 48.139, hieß es. Das Land mit den
zweitmeisten Ablehnungen seien die USA (3.247), gefolgt von
Großbritannien (2.120). Zwischen ihnen und China liegt jedoch ein
deutlicher Abstand.
Von Ablehnungen betroffen seien vor allem Gesundheitsprodukte, aber
auch Artikel aus dem Bereich Haushalt und Wohnen sowie Elektronik und
Technologie, so der Bericht.
Die Zollbehörden in den Mitgliedsstaaten kontrollieren, ob
importierte Produkte den EU-Vorschriften in Bezug auf Sicherheit oder
Umweltstandards entsprechen. Verdächtige Produkte werden zunächst
gestoppt, um sie zu prüfen. Mehr als 80 Prozent der Produkte, die
wegen eines möglichen Verstoßes gegen EU-Regeln kontrolliert werden,
kämen aus China, erläuterte ein EU-Beamter.
Dem Bericht zufolge schritten im vergangenen Jahr die Behörden knapp
400.000 Mal ein und führten Dokumentenkontrollen, physische
Kontrollen oder Labortests durch. 36 Prozent der Produkte wurden
danach wieder für den EU-Markt freigegeben. Nach weiterer Prüfung
wurden 16 Prozent - knapp 65.000 Artikel - endgültig abgelehnt.
Mitgliedsstaaten sollen noch mehr kontrollieren
Die EU-Staaten müssten ihre Kontrollen noch verstärken, stellte der
Bericht fest. Nur 0,0082 Prozent aller importierten Produkte seien
von Zollbehörden geprüft worden, hieß es - also 82 Artikel pro einer
Million, die zum freien Verkehr zugelassen wurden. Außerdem sei die
Ablehnungspraxis in den Mitgliedsstaaten sehr unterschiedlich.