) EU bringt Zollsenkung für US-Produkte auf den Weg

28.08.2025 20:50

Vergangene Woche gab es eine Erklärung zum Handelsdeal zwischen der
EU und den USA - nun kündigt die EU die nächsten Schritte von ihrer
Seite an.

Brüssel (dpa) - Die EU hat die Voraussetzungen für eine rückwirkende

Senkung der US-Zölle auf Autoimporte aus Deutschland und anderen
Staaten geschaffen. Die zuständige EU-Kommission startete in Brüssel
den Gesetzgebungsprozess für Einfuhrerleichterungen zugunsten
bestimmter US-Produkte. Über ihn sollen Zölle auf US-Industriegüter
vollständig abgeschafft werden und Barrieren für den Import von
bestimmten Lebensmitteln fallen. Außerdem soll die Zollbefreiung für
Hummer aus den USA verlängert werden. 

«Es liegt in unserem beiderseitigen Interesse, dass beide Seiten ihre
Verpflichtungen einhalten und die vollständige Umsetzung des
Abkommens sicherstellen», teilte EU-Handelskommissar Maros Sefcovic
mit. 

Zugeständnisse entsprechen fünf Milliarden Euro 

Die Zugeständnisse verringern der Kommission zufolge die Belastungen
für US-Einfuhren um etwa fünf Milliarden Euro. Dies entspreche den
geschätzten Zöllen, die ansonsten auf Industriegüter-Importe in die
EU fällig geworden wären. Die Null-Prozent-Zölle sollen für alle
Industrieprodukte gelten, etwa für Maschinen, Autos und Autoteile,
Holz, Papier und Pappe, Keramik oder Leder. 

Außerdem will die EU für bestimmte Meeresfrüchte und nicht sensible
Agrarprodukte wie Nüsse, Milchprodukte wie Joghurt, Obst und Gemüse
oder Schweinefleisch Zollkontingente einführen, also den Zollsatz für
bestimmte Mengen auf null Prozent senken. «Alle Produkte, die über
dieses Kontingent hinaus aus den USA exportiert werden, unterliegen
weiterhin den üblichen Zöllen», erläuterte ein EU-Beamter. 

Die Präsidentin des Automobilverbands VDA, Hildegard Müller, zeigte
sich zufrieden. Es sei gut, dass die EU-Kommission ihren
Gesetzgebungsvorschlag wie angekündigt noch im August vorgelegt habe.
Man erwarte nun, dass auch die USA ihren Teil zügig umsetzten. 

Parlament und Rat müssen sich mit Vorschlag befassen 

Die EU und die USA hatten vergangene Woche eine gemeinsame Erklärung
auf Basis der in Schottland getroffenen Handelsvereinbarungen von
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und US-Präsident
Donald Trump veröffentlicht. In ihr ist festgehalten, dass die USA
ihre Autozölle rückwirkend zum Monatsbeginn senken, sobald die EU
ihrerseits den Gesetzgebungsprozess für Einfuhrerleichterungen
zugunsten bestimmter US-Produkte einleitet. 

Das Parlament und der Rat müssen nun die beiden Vorschläge im Rahmen
des ordentlichen Gesetzgebungsverfahrens genehmigen, bevor die
Zollsenkungen der EU in Kraft treten können.