EU-Parlament stimmt für «Veggie-Burger»-Verbot
08.10.2025 13:00
Fleischersatz boomt, doch Begriffe wie «Veggie-Burger» könnten bald
verschwinden. Es gibt scharfe Kritik an dem Vorhaben.
Straßburg (dpa) - Das Europaparlament will Bezeichnungen wie
«Veggie-Burger» oder «Soja-Schnitzel» verbieten lassen. Auch Begrif
fe
wie «Steak» oder «Wurst» sollen dem Willen einer Mehrheit der
Abgeordneten zufolge künftig nur noch für tierische Lebensmittel
verwendet werden dürfen. Auch die EU-Staaten müssten dem Vorhaben
zustimmen, damit die Vorgaben in Kraft treten können.
Die zuständige Abgeordnete Céline Imart sieht «ein echtes
Verwechslungsrisiko», da pflanzenbasierte Ersatzprodukte nicht die
gleichen Nährwerte böten wie ihre tierischen Originale. Zudem will
die Politikerin der EVP-Fraktion, zu der auch CDU und CSU gehören,
mit dem Vorhaben Landwirte schützen.
Verbraucherschützer und Unternehmen aus der Lebensmittelbranche
kritisierten das geplante Verbot scharf. Die Organisation Foodwatch
teilte mit, niemand kaufe versehentlich Tofuwürstchen, weil er
glaube, es seien Rinderwürste. Mehrere Firmen wie Aldi Süd, Lidl und
Burger King hatten sich in einem gemeinsamen Brief ebenfalls gegen
das Vorhaben ausgesprochen.
Deutschland ist der größte Markt für pflanzliche Alternativprodukte
in Europa. 2024 wurden hierzulande rund 121.600 Tonnen Fleischersatz
hergestellt - doppelt so viel wie 2019.
Das Parlament muss nun in Verhandlungen mit den EU-Staaten eine
endgültige Einigung finden. Die Bundesregierung hat bislang keine
Position zu dem Parlamentsbeschluss kundgetan.
