Neue Frankfurter EU-Behörde nimmt Kampf gegen Geldwäsche auf
17.11.2025 16:18
Von Frankfurt aus soll Geldwäsche in Europa zentral bekämpft werden.
Dazu hat die EU eine Behörde gegen Milliarden aus dunklen Kanälen an
den Start gebracht. Die Chefin hat ehrgeizige Pläne.
Frankfurt/Main (dpa) - Die Chefin der neuen europäischen
Anti-Geldwäschebehörde, Bruna Szego, kündigt eine gemeinsame
Anstrengung in der EU an, um Kriminellen das Handwerk zu legen. Die
Anti-Money Laundering Authority (AMLA) arbeite eng mit nationalen und
internationalen Aufsichtsbehörden sowie dem Privatsektor zusammen,
sagte Szego auf der «Euro Finance Week» in Frankfurt.
In der EU gebe es aber 27 verschiedene Rechtsrahmen. Diese zu
vereinheitlichen, sei ein ehrgeiziges Vorhaben und werde Zeit kosten,
sagte die Chefin der EU-Behörde, die zum 1. Juli an den Start
gegangen war.
«Kriminelle Netzwerke identifizieren zunehmend neue Technologien, und
wir müssen in der Lage sein, Schritt zu halten.» Zugleich sorgten
geopolitische Instabilitäten für neue Haftungsrisiken, insbesondere
im Zusammenhang mit Terrorismus, Finanzen und der Umgehung von
Sanktionen.
Noch sei die AMLA in einer Startphase. Nach dem Einzug in neue Büros
im Frankfurter Messeturm hat die Behörde nach Szegos Worten
inzwischen mehr als 100 neue Mitarbeiter eingestellt. Nun gehe es
darum, Daten zu sammeln und harmonisierte Instrumente gegen
Geldwäsche zu entwickeln. Die AMLA könne nicht allein bestehen im
Kampf gegen Geldwäsche, sondern brauche Kooperation, sagte sie.
Ziel sei es, dass in allen EU-Mitgliedstaaten dieselben Regeln und
technischen Standards gelten sollten. «Die Harmonisierung der
Vorschriften wird es Kriminellen erheblich erschweren, regulatorische
Unterschiede auszunutzen», sagte Szego.
Eine Behörde im Kampf gegen Geldwäsche
In Europa werden jährlich werden Milliardenbeträge aus illegalen
Quellen in die reguläre Wirtschaft geschleust, etwa aus Kriminalität,
Korruption, Schwarzarbeit. Aufgabe der AMLA ist es, rund 40
grenzüberschreitend tätige Banken mit hohen Geldwäscherisiken direkt
zu beaufsichtigen, einschließlich Anbieter von
Kryptowerte-Dienstleistungen. Zudem soll die neue EU-Behörde mit
perspektivisch mehr als 400 Beschäftigten die nationalen
Aufsichtsbehörden koordinieren und unterstützen.
Bei der Bewerbung um den Sitz der AMLA hatte Frankfurt im Februar
2024 den Zuschlag bekommen und sich unter anderem gegen Rom, Dublin,
Madrid, Brüssel und Paris durchgesetzt.
