BSW-Abgeordnete bestätigt Kontakt zu Mann Moskaus

17.11.2025 20:11

Die BSW-Abgeordneten Ruth Firmenich und Michael von der Schulenburg
reisten im Mai nach Moskau. Beim Programm geholfen hat ein Mann, dem
die USA und die EU Kreml-Propaganda vorhalten.

Berlin (dpa) - Die BSW-Europaabgeordnete Ruth Firmenich hat Kontakte
zu einem prorussischen Geschäftsmann eingeräumt, den die USA und die
EU wegen Kremlpropaganda auf Sanktionslisten gesetzt haben. Dieser
habe bei der Organisation ihrer Russlandreise im Mai geholfen,
bestätigte Firmenich auf dpa-Anfrage. Zuvor hatte das Portal
«t-online» berichtet. Es geht dabei um den aus der Ukraine stammenden
Oleg Woloschin (englische Schreibweise: Voloshin) und dessen Frau
Nadia.

«Herr Woloschin war ein Ansprechpartner bei der Terminorganisation,
die ohne Kontakte vor Ort nicht möglich gewesen wäre», erklärte
Firmenich. Seine Frau Nadia habe Karten für das Bolschoi-Theater
organisiert. Diese Karten habe sie ebenso wie die gesamte Reise aus
privaten Mitteln bezahlt, betonte Firmenich. Woloschin und seine Frau
seien ihr vorher nicht bekannt gewesen.

Sanktionen wegen Kreml-Propaganda

Woloschin war 2022 von den USA sanktioniert worden. Zusammen mit dem
prorussischen Ukrainer Viktor Medwedtschuk wurde er im Mai 2025 in
die EU-Sanktionsliste aufgenommen. Beide sollen zur Verbreitung
prorussischer Propaganda beigetragen haben. 

Die USA warfen Woloschin vor, für den russischen Geheimdienst FSB
gearbeitet zu haben - er selbst bezeichnet sich als
ukrainisch-oppositionellen Politologen. Medwedtschuk wird die geheime
Finanzierung des Medienkanals «Voice of Europe» vorgehalten. Die
Plattform ist ebenfalls mit EU-Sanktionen belegt.

Bei «Voice of Europe» (golos.eu) waren unter anderem Interviews mit
den AfD-Politikern Petr Bystron und Maximilian Krah erschienen. Wegen
möglicher Geldflüsse hatte die Staatsanwaltschaft in München im Falle

Bystron Vorermittlungen eingeleitet. 

Reise zum Jahrestag des Kriegsendes

Die BSW-Abgeordnete Firmenich hatte ihre Moskau-Reise gemeinsam mit
ihrem Parteikollegen Michael von der Schulenburg im Mai selbst
bekannt gemacht. Sie wollten dort an den Feierlichkeiten zum 80.
Jahrestag des Kriegsendes 1945 teilnehmen, wie sie damals
mitteilten. 

Jetzt erklärte die Europaabgeordnete: «Wir sind im Mai nach Moskau
gefahren, um der Opfer des von Nazi-Deutschland entfesselten
Weltkriegs zu gedenken und gleichzeitig ein Signal zu setzen, wie
essenziell wichtig es gerade in Krisenzeiten ist, die Sprachlosigkeit
zu überwinden. Die Verweigerung von Gesprächen, wie sie seitens der
EU praktiziert wird und sich auch in der EU-Sanktionsliste
widerspiegelt, ist aus unserer Sicht völlig falsch und
kontraproduktiv.» 

Zuletzt hatte die AfD wieder mit einer Russland-Reise von
Abgeordneten Schlagzeilen gemacht. Der sächsische AfD-Landeschef Jörg
Urban, der AfD-Europaabgeordnete Hans Neuhoff und der
AfD-Bundestagsabgeordnete Steffen Kotré hatten am Wochenende eine
politikwissenschaftliche Konferenz im Schwarzmeer-Ort Sotschi besucht
und dort Reden gehalten. Parteichefin Alice Weidel hatte die Reise
kritisiert.