EZB sieht Banken im Euroraum robust - warnt aber vor Risiken
18.11.2025 11:05
Die Großbanken im Euroraum sind nach Einschätzung der EZB für Krisen
gewappnet. Doch die Aufsicht warnt Geldhäuser, sich auf ihren
gestiegenen Gewinnen auszuruhen. Sie sieht eine Vielzahl von Risiken.
Frankfurt/Main (dpa) - Die Großbanken im Euroraum sind nach
Einschätzung der Europäischen Zentralbank (EZB) gut für Krisen
aufgestellt. Die Institute zeigten eine robuste Kapital- und
Liquiditätsausstattung sowie eine hohe Profitabilität, teilte die
EZB-Bankenaufsicht als Ergebnis ihrer jährlichen Überprüfung der
großen Geldhäuser im Währungsraum mit. Die Eigenkapitalanforderungen
hält die EZB für 2026 weitgehend stabil.
Banken im Euroraum profitieren nach dem Ende der Nullzinsphase von
Zinsüberschüssen, zudem bescheren ihnen die starken Börsen hohe
Provisionen für Wertpapiergeschäfte. Die aufs Jahr hochgerechnete
Rendite auf das Eigenkapital der Institute stieg der EZB zufolge
Mitte 2025 auf gut 10 Prozent.
Warnung vor geopolitischen Krisen
Die europäischen Banken agierten allerdings weiter in einem
schwierigen Umfeld, das von erhöhten geopolitischen Risiken und neuen
Wettbewerbsmustern wegen der Digitalisierung und der Konkurrenz durch
Nicht-Banken geprägt sei, urteilte die EZB. «Dies erfordert
vorausschauende Risikobewertungen und eine ausreichende
Widerstandsfähigkeit.»
Die EZB-Bankenaufsicht bewertet regelmäßig die Tragfähigkeit des
Geschäftsmodells und das Risikomanagement von Banken («Supervisory
Review and Evaluation Process»/SREP). Im Ergebnis legen die Aufseher
Kapitalzuschläge für bestimmte Banken fest und bestimmen unter
anderem, wie viel Geld Institute als Dividende an ihre Anteilseigner
ausschütten dürfen. Deutsche Bank und Commerzbank hatten kürzlich
schon mitgeteilt, dass die Kapitalanforderungen für sie für 2026
leicht reduziert wurden.
Die EZB-Bankenaufsicht, die als Lehre aus der globalen Finanzkrise
2008 hervorgegangen ist, kontrolliert die größten Banken im Euroraum
direkt. Im Test wurden 105 Banken untersucht, die direkt von der EZB
beaufsichtigt werden.
