WWF: EU-Konsum lässt jede Minute 100 Bäume verschwinden

18.11.2025 14:14

Millionen Bäume im Jahr: Eine WWF-Studie zeigt, wie stark der Konsum
in der EU die weltweite Abholzung antreibt. Eine neue EU-Verordnung
könnte daran etwas ändern.

Belém (dpa) - Der Konsum der EU-Bürger von Soja, Palmöl, Kakao,
Kaffee, Rindfleisch sowie Industrieholz und Kautschuk hat laut einer
Studie im Auftrag des WWF weltweit zur Rodung von 149 Millionen
Bäumen von 2021 bis 2023 geführt. Das entspreche im Durchschnitt
hundert Bäumen, die jede Minute aufgrund der EU-Nachfrage verloren
gingen, teilte die Umweltschutzorganisation auf der UN-Klimakonferenz
in Brasilien mit. Bei dem zweiwöchigen Treffen von rund 200 Staaten
im Amazonasgebiet steht auch der Schutz des tropischen Regenwalds im
Fokus, der als «Lunge der Welt» eine wichtige Rolle im Klimaschutz
hat.

Den Forschungsergebnissen zufolge führt der deutsche Konsum
durchschnittlich zu einem endgültigen Verlust von 13 Millionen Bäumen
pro Jahr, gefolgt von Spanien (6,5 Mio. Bäume) und Frankreich (6,3
Mio.). Der WWF erklärte dazu, die in Brüssel schon beschlossene, aber
in ihrer Anwendung verschobene EU-Verordnung gegen Entwaldung würde
diesen Raubbau in Zukunft verhindern. 

Lieferketten sollen laut EU-Verordnung überprüft werden

Ab dem 30. Dezember 2025 soll die Verordnung nun eigentlich gelten.
Angestrebt werden entwaldungsfreie Lieferketten. Produkte wie Kaffee,
Holz, Soja, Kakao und Palmöl dürfen dann laut der Verordnung nur noch
in der EU verkauft werden, wenn dafür nach 2020 keine Wälder gerodet
wurden. Konkret müssen Unternehmen künftig eine Sorgfaltserklärung
abgeben, dass für ihr Produkt nach dem 31. Dezember 2020 kein Wald
gerodet oder geschädigt wurde. Wer sich nicht an die Vorschriften
hält, muss mit hohen Strafen rechnen.