USA planen Konkurrenz für Chinas Hafenmacht in Piräus

18.11.2025 17:32

Chinas Einfluss in Piräus sorgt in Washington für Unruhe - jetzt will
eine US-griechische Firma im Hafen von Elefsina durchstarten. Athen
will für den gesetzlichen Rahmen sorgen. Was steckt dahinter?

Athen (dpa) - Der chinesische Transportriese Cosco, der seit 2016
rund zwei Drittel des griechischen Hafens Piräus pachtet, ist den USA
ein Dorn im Auge - und auch Athen tut sich schwer mit der starken
chinesischen Präsenz. Nun wollen Athen und Washington für Balance
sorgen. Die griechische Regierung plant ein Gesetz, das einer
griechisch-amerikanischen Firma den Ausbau des Hafens von Elefsina
rund 10 Kilometer westlich von Piräus genehmigen soll. Das kündigte
der Minister für wirtschaftliche Entwicklung, Takis Theodorikakos,
nach einem Treffen mit US-Botschafterin Kimberly Guilfoyle an.

Cosco ist in Deutschland vor allem wegen einer Beteiligung von 24,9
Prozent am Hamburger Hafenterminal Tollerort bekannt, das
mehrheitlich dem Hafenlogistiker HHLA gehört.

China hat die Nase vorn

Das Vorgehen der Amerikaner ist ein weiterer Schritt der jüngsten
US-Initiativen, in Griechenland für ein US-europäisches Standbein zu
sorgen. Seit Jahren versorgt China über den Hafen von Piräus weite
Teile Osteuropas mit eigenen Produkten. Piräus ist mittlerweile einer
der größten Containerhäfen Europas und dient China als logistisches
Drehkreuz und als Hebel für Pekings wachsenden Einfluss in Europa. 

Künftig soll die griechisch-amerikanische Unternehmensgruppe Onex
Shipyards & Technologies per Gesetz im Umschlag sowie der Energie-
und Hafenlogistik in Griechenland tätig werden dürfen. Bislang war
sie nur im Bereich des Schiffbaus aktiv.

Geopolitisch wichtige Zone

US-Botschafterin Guilfoyle verwies bei dem Treffen auf die
Prioritäten der Regierung Trump in den Bereichen Energie und
Sicherheit. Griechenland sei dabei ein «starker Verbündeter»,
Washington erwarte eine deutliche Ausweitung der Nutzung des Hafens
von Elefsina als logistisches Drehkreuz in einer geopolitisch
wichtigen Zone.

Theodorikakos betonte, die vertiefte strategische Zusammenarbeit mit
den USA mache Griechenland nicht nur zu einem Energiehub, sondern
stärke auch den produktiven Umbau der griechischen Wirtschaft. Erst
vor zwei Wochen hatten Griechenland und die USA bei einem
Energiegipfel in Athen den Ausbau des Transports von Flüssiggas nach
Osteuropa angekündigt.