Einigung: Jobportal für Fachkräfte aus EU-Ausland kommt
18.11.2025 19:08
Online für einen Job in der EU bewerben? Nach den Plänen der
Europäischen Union soll das bald einfacher werden - auch wenn sich
nicht alles über das Portal regeln lässt.
Brüssel (dpa) - Die Europäische Union will eine Online-Jobbörse für
Fachkräfte aus Nicht-EU-Ländern einrichten. Darauf verständigten sich
Unterhändler der EU-Staaten und des Europaparlaments bei
Verhandlungen in Brüssel. Der sogenannte EU-Talentpool soll Firmen in
besonders vom Fachkräftemangel betroffenen Branchen dabei helfen,
passende Arbeitskräfte zu finden, wie die dänische
Ratspräsidentschaft mitteilte. Dänemark hat derzeit den rotierenden
Vorsitz der EU-Länder inne.
Die europäische Online-Plattform soll demnach offene Stellen von
Arbeitgebern mit Sitz in der EU mit den Profilen von Arbeitssuchenden
aus Nicht-EU-Ländern zusammenbringen. Die Mitgliedstaaten sollen laut
Mitteilung sicherstellen, dass die ausschreibenden Arbeitgeber seriös
sind und die interessierten EU-Ausländer nicht ausbeuten. Dafür solle
es etwa ein Register mit dauerhaft suspendierten Unternehmen geben.
Für die EU-Mitgliedstaaten ist die Teilnahme an der Jobvermittlung
grundsätzlich freiwillig.
Visum kann nicht über das Jobportal beantragt werden
Aufenthaltsrechtliche Belange, etwa die Beantragung eines Visums,
können Interessierte über die Plattform nicht klären. Bewerberinnen
und Bewerber müssten also - anders als vom EU-Parlament erhofft - die
üblichen nationalen Einreiseprozesse durchlaufen.
Dafür sollen auf der Plattform aber zumindest Informationen
bereitgestellt werden, heißt es in der Mitteilung.
EU-Migrationskommissar Magnus Brunner lobte die Einigung als einen
wichtigen Schritt im globalen Rennen um qualifizierte Talente.
Der ursprüngliche Vorschlag für den EU-Talentpool stammt aus 2023.
Die Einigung muss nun noch von den EU-Staaten und dem Europaparlament
formell angenommen werden. Anschließend solle die Plattform so
schnell wie möglich entwickelt und in Betrieb genommen werden, teilt
die EU-Kommission mit. Einen genauen Zeitplan gibt die Brüsseler
Behörde nicht an.
