Zu alt für Social Media? EU-Abgeordnete für offene Debatte

19.11.2025 08:49

Fake News, KI-Videos und Altersgrenzen: Das Thema beschäftigt auch
das EU-Parlament, dabei geht es aber nicht nur um junge Menschen -
auch Medienkompetenz bei Senioren steht zur Debatte.

Brüssel (dpa) - Soziale Netzwerke erst ab 16? In Deutschland und
anderen Ländern wird derzeit viel über Altersgrenzen für Social Media

gesprochen, doch wie sieht es mit der Medienkompetenz älterer
Menschen aus?

Im Europaparlament gibt es Offenheit für das Thema: «Wenn wir über
eine Altersgrenze in eine Richtung sprechen, warum dann nicht auch in
die andere Richtung», sagte die Vorsitzende des Kultur- und
Bildungsausschusses im Europaparlament, Nela Riehl (Volt), im
Interview Nachrichtenagentur-Netzwerk European Newsroom (ENR).

«Ich denke, wir sollten darüber nachdenken. Das heißt nicht, dass ich

dafür bin - ganz sicher nicht.» Sie betonte, dass auch ältere
Generationen beispielsweise auf Facebook Desinformation ausgesetzt
seien.

In Medienkompetenz zu investieren bedeute nicht, sich nur auf junge
Menschen zu konzentrieren. Dies sei etwas, das in Bezug auf die
gesamte Gesellschaft berücksichtigt werden müsse.

Social-Media-Verbot für Kinder 

Derzeit wird auch auf EU-Ebene viel über Altersgrenzen für soziale
Netzwerke diskutiert. Die Staats- und Regierungschefs der EU-Staaten
sprechen sich für Altersgrenzen auf Plattformen wie Tiktok und
Facebook aus. Es sei wichtig, Minderjährige im digitalen Raum zu
schützen. 

Eine Altersobergrenze war in Deutschland jüngst auch durch den
Influencer Levi Penell in die Schlagzeilen geraten. Er hatte in der
Sendung «Hart aber fair» auf die Frage, ob man soziale Medien bis zu
einem gewissen Alter verbieten solle, gesagt, dass Gefahren nicht nur
für Jugendliche gelten. Auch ältere Leute fielen oft auf KI-Videos
herein.