EU-Kommission will besseren Schutz vor Tricks im Netz

19.11.2025 15:15

Gefährliche Produkte aus dem Netz, manipulative Designs - Brüssel
will Verbraucher schützen. Was sich für Online-Shopper und Eltern
ändern könnte.

Brüssel (dpa) - Die EU-Kommission will den Verbraucherschutz in der
Union online deutlich ausbauen. Unter anderem will die Behörde
schärfere Regeln gegen Manipulation im Internet und bessere
Durchsetzung von Produktsicherheitsstandards vorschlagen, wie sie in
einem Strategiepapier ankündigte. 

Ein Kernstück ist ein geplantes Gesetz für digitale Fairness, das die
Kommission 2026 vorlegen will. Es soll Verbraucher besser vor
sogenannten Dark Patterns schützen - also Tricks, mit denen
Online-Plattformen Nutzer zu ungewollten Käufen oder Abschlüssen
verleiten. Auch suchtfördernde Design-Elemente und unfaire
personalisierte Werbung sollen eingedämmt werden. 

Minderjährige im Fokus 

Besonderes Augenmerk liegt den Angaben zufolge auf dem Schutz von
Minderjährigen im Internet. Sie sollen gefährlichen Praktiken und
Funktionen weniger stark ausgesetzt sein. Als Beispiele nennt die
Kommission Online-Mobbing, nicht jugendfreie Inhalte und Algorithmen,
die darauf ausgelegt sind, Schwachstellen von Minderjährigen
auszunutzen. 

Wie genau dies umgesetzt werden soll, ist noch unklar. Die Kommission
kündigte eine EU-weite Untersuchung zu den allgemeinen Auswirkungen
sozialer Medien auf das Wohlergehen junger Menschen an. Außerdem will
sie ein Expertengremium zum Thema Kinder und soziale Medien
einrichten. 

Zudem plant die Kommission eine Reform der Marktüberwachung, um gegen
unsichere Produkte vor allem aus Drittstaaten vorzugehen. Der
Online-Handel habe zu einer wachsenden Zahl von Produkten geführt,
die EU-Standards nicht erfüllten, hieß es. «Wir müssen sicherstelle
n,
dass das Verbraucherrecht den neuen Herausforderungen gewachsen ist»,
sagte die für zuständige Vizepräsidentin der EU-Kommission Henna
Virkkunen.