Klimakonferenz: EU erhöht Druck beim Ausstieg aus Öl und Gas
20.11.2025 01:18
Macht sich die Weltgemeinschaft - minus USA - auf den Weg, einen Plan
zum Ausstieg aus Kohle, Öl und Gas zu erarbeiten? Darum ringt derzeit
die Klimakonferenz in Belém. Die EU erhöht nun den Druck.
Belém (dpa) - Die EU will auf der Weltklimakonferenz Fortschritte bei
einem Plan für den weltweiten Ausstieg aus Kohle, Öl und Gas erzielen
- und hat dafür im Endspurt der Verhandlungen einen eigenen
Textentwurf vorgelegt. Man halte es für äußerst wichtig, dass der
angestrebte Plan so ehrgeizig und umfassend wie möglich ausfalle,
sagte der niederländische EU-Klimakommissar Wopke Hoekstra im
brasilianischen Belém. «Und wir müssen sicherstellen, dass nicht nur
die Europäer, sondern so viele andere wie möglich diesen Fahrplan
unterstützen können. Deshalb legen wir unseren eigenen Vorschlag auf
den Tisch.»
Unabhängig davon, was etwa zur Anpassung an die Klimakrise
beschlossen werde, sei Klarheit über das Vorgehen beim Ausstieg aus
Kohle, Öl und Gas «aus unserer Sicht ein entscheidender Faktor für
den Erfolg dieser Konferenz», sagte Hoekstra. Daher habe man
beschlossen, sich selbst noch stärker dafür einzusetzen. Die EU wies
auch darauf hin, dass die bisherigen Klimaschutzpläne der Staaten bei
weitem nicht ausreichen, um die Erderwärmung bei 1,5 Grad zu stoppen.
Fahrplan für Ausstieg aus Kohle, Öl und Gas angestrebt
Deutschland hatte sich schon am Vortag zusammen mit Dutzenden anderen
Staaten in Belém für einen Fahrplan zur Abkehr von Öl, Gas und Kohle
stark gemacht - nun zog die EU als Staatenverbund nach.
Umweltminister Carsten Schneider (SPD) sagte, es gehe darum, sich von
fossilen Energieträgern «zu befreien». Gegen einen solchen Plan
wehren sich in Belém aber unter anderem reiche Golfstaaten wie
Saudi-Arabien, die mit Öl und Gas weiterhin viele Milliarden
verdienen.
Hoekstra betonte, es sei wichtig, nicht nur die angestrebte Abkehr
von Kohle, Öl und Gas in dem Plan zu berücksichtigen, sondern auch,
was die Klimakonferenz in Dubai vor zwei Jahren daneben noch
beschlossen hatte: Damals hatte man sich darauf geeinigt, die
Kapazität der erneuerbaren Energien bis 2030 zu verdreifachen und das
Tempo bei der Steigerung der Energieeffizienz zu verdoppeln.
Gastgeber will auch neue Texte vorlegen
Der brasilianische Gastgeber will in Kürze neue Textentwürfe für ein
Abschlussdokument vorlegen. Dann wird sich zeigen, ob die EU mit
ihren Vorschlägen durchdringt und Zustimmung bei anderen
Ländergruppen findet.
In der EU wird gleichzeitig aber auch über eine Abschwächung von
Klimaschutz debattiert, auf der Kippe steht etwa das EU-weite Aus für
neue Verbrennungsmotoren nach 2035. Die EU-Kommission hat
angekündigt, das Ziel noch in diesem Jahr zu überprüfen.
