Gräueltaten im Sudan - EU sanktioniert Top-Milizionär
20.11.2025 17:50
Die Lage im Sudan ist verheerend. Menschen berichten aus der Stadt
Al-Faschir von Massakern und Folter durch die Miliz RSF. Die EU setzt
nun deren Nummer 2 auf eine Sanktionsliste.
Brüssel (dpa) - Wegen Gräueltaten im Sudan haben die EU-Staaten
Sanktionen gegen einen der Hauptverantwortlichen verhängt. Es handelt
sich um den stellvertretenden Befehlshaber der Miliz Rapid Support
Forces (RSF), der gleichzeitig der Bruder des Anführers ist. «Das
sendet ein Signal, dass die internationale Gemeinschaft diejenigen
zur Rechenschaft ziehen wird, die verantwortlich sind», sagte
EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas in Brüssel nach einem Treffen der
Außenminister der Mitgliedsländer.
In den Gründen für die Aufnahme in die Sanktionsliste hieß es,
Abdelrahim Hamdan Dagalo habe Tötungen und Hinrichtungen von
Zivilisten befohlen und die Handlungen der RSF gegen Zivilisten in
Al-Faschir angeführt. Die RSF ging zuletzt mit Mord, Folter,
Vergewaltigungen und Hinrichtungen gegen Menschen in der Stadt vor.
Al-Faschir ist seit Ende Oktober von ihr eingenommen. Die Miliz
kämpft seit zweieinhalb Jahren gegen Regierungstruppen.
Die EU-Sanktionen für Handlungen, die die Stabilität Sudans
untergraben, sehen grundsätzlich vor, sämtliche Gelder und
wirtschaftlichen Ressourcen der betroffenen Person einzufrieren.
UN zu Krieg im Sudan: Größte humanitäre Krise der Welt
Alle 27 EU-Mitgliedstaaten riefen laut Kallas die Parteien dazu auf,
die Verhandlungen über einen Waffenstillstand wieder aufzunehmen.
Zuletzt hatte US-Präsident Donald Trump auf seiner Plattform Truth
Social angekündigt, er wolle auf Bitten des saudischen Kronprinzen
Mohammed bin Salman den Krieg im Sudan beenden.
Die Vereinten Nationen bezeichnen den Krieg im Sudan als die größte
humanitäre Krise der Welt. Etwa zwölf Millionen Menschen sind durch
die Kämpfe zwischen der Regierungsarmee SAF und der Miliz RSF
geflohen oder vertrieben worden.
