Simsons in Brandenburg: Bund soll bei EU für Tempo 60 werben

21.11.2025 11:44

Die einst in Thüringen produzierten DDR-Zweiräder sind wieder sehr
beliebt und überragend wichtig - darüber war sich der Potsdamer
Landtag einig. Das Parlament hofft auf Ausweitung einer Sonderregel.

Potsdam (dpa) - Brandenburg will mit Hilfe der Bundesregierung auf
EU-Ebene durchsetzen, dass auch re-importierte Simson-Mopeds aus
DDR-Produktion künftig in Deutschland mit Tempo 60 fahren können. Man
werde den Bund bitten, diesen Punkt bei der EU-Kommission bei der
Überarbeitung der einschlägigen Verordnung einzubringen, sagte
Infrastruktur-Staatssekretärin Ina Bartmann im Landtag in Potsdam. 

Für Simsons, die schon jetzt legal Tempo 60 fahren dürfen und
nachträglich mit einem Elektromotor ausgestattet werden, sieht es
Bartmann zufolge gut aus: Nach Auskunft des Kraftfahrtbundesamts gebe
es keine grundsätzlichen Bedenken dagegen, dass es für die alten
Mopeds auch mit modernen Motoren bei derselben Höchstgeschwindigkeit
bleiben kann, sagte die Staatssekretärin.

«Unverwechselbares Zweitaktknattern»

Die zu DDR-Zeiten in Thüringen millionenfach produzierten Simsons
dürfen wegen einer Sonderklausel im Einigungsvertrag von 1990
offiziell Tempo 60 fahren - allerdings nur, wenn sie vor Ende Februar
1992 auf deutschen Straßen unterwegs waren. Für Mopeds anderer Marken
gilt in derselben Klasse Tempo 45. Dem Landtag lagen zwei Anträge vor
mit dem Ziel, die Tempo-60-Regel auf Simsons auszuweiten, die zu
DDR-Zeiten exportiert wurden und nun zurück nach Deutschland geholt,
also re-importiert werden. 

Rednerinnen und Redner aller Parteien betonten den hohen kulturellen
Wert der DDR-Zweiräder und ihres «unverwechselbaren
Zweitaktknatterns», wie es die SPD-Politikerin Martina Maxi Schmidt
ausdrückte. Der AfD-Politiker Daniel Münschke sagte: «Die Simson ist

ein ostdeutsches Symbol. Sie steht für Mut, Pragmatismus,
Gemeinschaft und dafür aus wenig viel zu machen.» 

AfD stimmt am Ende mit der Mehrheit

Nachdem der AfD-Antrag von der Mehrheit im Parlament abgelehnt worden
war, wurde die andere Vorlage einstimmig angenommen, also auch mit
den Stimmen der AfD.