Ukraine: Europäisches Krisentreffen bei G20-Gipfel

21.11.2025 19:42

Die Europäer wurden von dem neuen US-Vorstoß für ein Ende des
Ukraine-Kriegs kalt erwischt. Bleibt ihnen mehr als
Schadensbegrenzung?

Johannesburg (dpa) - Bundeskanzler Friedrich Merz und andere führende
Staats- und Regierungschefs aus Europa werden am Rande des
G20-Gipfels zu Krisengesprächen über den US-Vorstoß für ein Ende de
s
Ukraine-Kriegs zusammenkommen. Das kündigten
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und Ratspräsident
António Costa nach einem Gespräch mit dem ukrainischen Präsidenten
Wolodymyr Selenskyj an. Das Treffen wird demnach an diesem Samstag
stattfinden. Zudem soll es am Rande des am Montag beginnenden
EU-Afrika-Gipfels in Angola weitere Beratungen in größerer Runde
geben. 

An dem Treffen am Samstag werden nach Angaben von EU-Beamten neben
Merz und den EU-Spitzen die Staats- und Regierungschefs von
Frankreich, Italien und Großbritannien erwartet. Zudem sind Irland,
Finnland, die Niederlande, Spanien und Norwegen eingeladen, die in
diesem Jahr als Gastländer bei der G20-Gruppe führender Industrie-
und Schwellenländer dabei sind.

Selenskyj teilte zu dem Gespräch mit von der Leyen und Costa mit, er
habe die beiden über die Vorschläge der US-Seite für ein Ende des
Krieges und über Kontakte zu Partnern in Europa und den USA
informiert. «Wir alle schätzen das Engagement Amerikas und Präsident

Trumps, den Krieg zu beenden, und wir arbeiten gemeinsam daran,
sicherzustellen, dass dies zu einem einheitlichen und vollständig
abgestimmten Plan wird», fügte er hinzu.

Von der Leyen und Costa betonten nach dem Gespräch, man sei sich
einig, dass nichts ohne die Ukraine entschieden werden dürfe.

Bei dem neuen 28-Punkte-Plan der USA geht es unter anderem darum,
dass die ukrainischen Gebiete Donezk und Luhansk als faktisch
russisch anerkannt werden sollen. Dazu soll die Ukraine qua
Verfassung auf einen Beitritt zur Nato verzichten, die Größe ihres
Heers auf 600.000 Mann beschränken und atomwaffenfrei bleiben.
Russland soll vergleichsweise geringe Zugeständnisse machen und unter
anderem in der EU eingefrorenes Staatsvermögen nicht zurückbekommen.
Dieses soll für den Wiederaufbau der Ukraine genutzt werden.
US-Präsident Donald Trump will, dass die Ukraine den Plan bis
kommenden Donnerstag im Wesentlichen akzeptiert.