Zollkonflikte: US-Handelsminister zu Gast in Brüssel

23.11.2025 17:30

Auch Monate nach einem Abkommen gibt es noch offene Fragen zur
künftigen EU-US-Handelsbeziehung. Nun kommt ein US-Minister nach
Brüssel: Gibt es jetzt Bewegung in dem Zollstreit?

Brüssel (dpa) - Zollkonflikte, Überkapazitäten, Abschottung: Wenn
US-Handelsminister Howard Lutnick und der US-Handelsbeauftragte
Jamieson Greer nach Brüssel kommen, werden voraussichtlich viele
komplizierte Themen zur Sprache kommen. Die beiden US-Vertreter
treffen am Montag die Handelsministerinnen und -minister der EU.

Seit dem Amtsantritt von US-Präsident Donald Trump ist das Verhältnis
zwischen den USA und der EU zunehmend schwieriger geworden. Hohe
Zollsätze der USA auf Waren aus der EU und andere Entwicklungen
belasten das Verhältnis. So ist die EU nicht nur direkt von Zöllen
betroffen. 

Es wird zum Beispiel auch befürchtet, dass durch US-Zölle auf Waren
aus anderen Ländern weltweite Überkapazitäten statt in die USA zu
Dumpingpreisen in die EU verkauft werden könnten. Mit Überkapazitäten

sind in der Regel Waren gemeint, für die es keine Abnehmer gibt. 

Deal vor Monaten - Details zur Umsetzung aber noch offen

Im Zollstreit zwischen Brüssel und Washington gibt es eigentlich seit
Monaten eine Grundsatzeinigung auf ein Abkommen. Doch es gibt immer
noch offene Details zum umstrittenen Deal. So wird unter anderem um
die Umsetzung einer im August veröffentlichten gemeinsamen Erklärung
gerungen. Ob es nach dem Treffen greifbare Ergebnisse geben wird, ist
noch unklar. 

Im Sommer hatten sich EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen
und US-Präsident Donald Trump darauf geeinigt, dass für die meisten
EU-Importe in die USA ein Basiszollsatz in Höhe von 15 Prozent gilt.
Im Raum standen zuvor noch deutlich höhere Abgaben. Dafür hat von der
Leyen unter anderem versprochen, dass die EU bis zum Ende von Trumps
Amtszeit US-Energie im Wert von 750 Milliarden Dollar kaufen will.