EU und afrikanische Staaten beraten auf Gipfel engere Zusammenarbeit
23.11.2025 17:30
Migration und Mobilität, aber auch Sicherheit, wirtschaftliche
Zusammenarbeit und Handelspartnerschaft: Die europäischen und die
afrikanischen Staaten haben zwei Tage lang viele Gesprächsthemen.
Luanda (dpa) - Unmittelbar nach dem G20-Gipfel im südafrikanischen
Johannesburg beginnt an diesem Montag der 7. EU-Afrika-Gipfel im
südwestafrikanischen Angola. In der Hauptstadt Luanda geht es zwei
Tage lang um die weitere Vertiefung einer seit 25 Jahren bestehenden
Partnerschaft: Der erste EU-Afrika-Gipfel fand im Jahr 2000 in Kairo
statt.
Am Rande des Spitzentreffens wollen Bundeskanzler Friedrich Merz
(CDU) und die anderen Europäer zudem über den Umgang mit dem jüngsten
US-Vorstoß für eine Beendigung des russischen Angriffskriegs gegen
die Ukraine beraten. Führende EU-Staaten wie Deutschland und
Frankreich halten zentrale Bestandteile des 28-Punkte-Plans für
inakzeptabel. So soll die Ukraine beispielsweise auch Gebiete
aufgeben, die derzeit noch gar nicht von Russland kontrolliert
werden.
Beim eigentlichen EU-Afrika-Treffen soll es in zwei thematischen
Blöcken einerseits um Frieden, Sicherheit und multilaterale
Zusammenarbeit gehen, andererseits um Migration, Mobilität und
Wohlstand. Für den zweiten Gipfeltag ist die Veröffentlichung einer
gemeinsamen Erklärung geplant.
Die EU hat derzeit zwölf zivile und militärische Missionen auf dem
Kontinent, unter anderem in Libyen, Mali, Somalia und der
Zentralafrikanischen Region. Doch während diese Einsätze vor allem
mit Konflikten, mangelnder Stabilität oder Bedrohungen durch
islamistischen Terrorismus zusammenhängen, wurden im Vorfeld des
Gipfels auch die Chancen einer vertieften Zusammenarbeit betont.
So ist die EU mit ihren Mitgliedsländern der größte Handelspartner
Afrikas, während die afrikanischen Staaten in ihrer Gesamtheit nach
EU-Angaben der viertgrößte Handelspartner der Staatengemeinschaft
sind. Auch im Bereich der Direktinvestitionen liegt die EU vorn: Im
Jahr 2023 beliefen sich diese Investitionen auf knapp 239 Milliarden
Euro.
