Kreml bereit zu Gesprächen über US-Plan - Kritik an der EU
24.11.2025 16:53
Moskau ist zwar weiter bereit, über den von den USA an Russland
übermittelten Friedensplan für die Ukraine zu reden. Aber die
Initiative der Europäer stößt schon einmal auf Ablehnung.
Moskau (dpa) - Russland hält die von führenden Europäern laut Medien
gemachten Vorschläge für Änderungen an dem Friedensplan von
US-Präsident Donald Trump für «nicht konstruktiv». «Uns passt das
nicht», sagte der außenpolitische Berater von Kremlchef Wladimir
Putin, Juri Uschakow, der russischen Agentur Interfax zufolge.
Uschakow bezog sich auf die von Medien veröffentlichten Punkte, an
denen Deutschland, Frankreich, Großbritannien und die EU-Führung
gearbeitet haben. Es ging nicht um den bisher nicht bekannten Plan,
den die USA und die Ukraine in Genf vorbereitet haben.
Russland befasse sich mit dem, was auf offiziellem Weg übermittelt
worden sei, betonte Uschakow. Er bezog sich auf den 28-Punkte-Plan
von US-Präsident Donald Trump für eine Beendigung des russischen
Angriffskrieges gegen die Ukraine. Über diesen Entwurf sei Russland
zu Gesprächen mit der US-Seite bereit und warte auf ein Signal aus
Washington.
Kreml: US-Plan im Detail besprechen
Uschakow sagte, dass die von Trump vorgelegten Punkte im Detail
betrachtet werden müssen. Viele, aber nicht alle Punkte seien für
Russland annehmbar. Bisher habe mit Russland darüber niemand
gesprochen. Bei der Entstehung dieses US-Plans scheinen indes viele
Moskauer Forderungen eingeflossen zu sein. Er ist international
kritisiert worden, weil er der Ukraine mehr Zugeständnisse abverlangt
als Russland.
Putin hatte Trumps Plan am Freitag als eine Grundlage für Gespräche
bezeichnet und als Entwurf, der seine bisherigen Unterredungen mit
Trump widerspiegele. Der Kremlchef hatte dabei auch gleich Zweifel
geäußert, dass die EU und die Ukraine den Plan so tragen würden.
Seither gibt es intensive Gespräche der Ukrainer mit den europäischen
Staaten und mit den US-Vertretern zu einzelnen Punkten. Putin machte
deutlich, dass Russland seine Kriegsziele auch auf dem Schlachtfeld
erreichen könne.
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat das Genfer
Verhandlungsergebnis zum US-Plan für ein Ende des russischen
Angriffskrieges gegen die Ukraine als solide Grundlage für weitere
Fortschritte bezeichnet. Ein effizientes und koordiniertes
europäisches Engagement sowie eine starke europäische Präsenz in Genf
hätten es ermöglicht, gute Fortschritte zu erzielen, sagte sie nach
Gesprächen mit europäischen Staats- und Regierungschefs am Rande
eines EU-Afrika-Gipfels in Angola.
