Minister will EU-Gelder für Thüringen mindestens verdoppeln
25.11.2025 12:29
Thüringen bekommt von zentralen EU-Förderprogrammen bislang besonders
wenig Geld. Warum das Land jetzt seine Strategie ändert und welche
Ziele Minister Gruhner verfolgt.
Erfurt (dpa/th) - Thüringen wirbt im Ländervergleich nur wenige
Mittel bei zentral von der EU verwalteten Förderprogrammen ein.
«Thüringen ist im Vergleich aller deutschen Bundesländer da auf den
letzten Plätzen, also im untersten Drittel, bei einigen Programmen
sogar auf dem letzten Platz», sagte Thüringens Minister für
Europaangelegenheiten, Stefan Gruhner, der Deutschen Presse-Agentur
in Erfurt.
So hätten Antragssteller im Freistaat nach Angaben der Staatskanzlei
im seit 2021 laufenden EU-Programm «Horizont Europa» für Forschung
und Innovation bislang 89,7 Millionen Euro angeworben. Das entspricht
1,3 Prozent der insgesamt nach Deutschland geflossenen Gelder - so
wenig wie in keinem anderen Bundesland.
Gruhner: «Mehr Geld aus Europa nach Thüringen holen»
Zum Vergleich: Sachsen hat im selben Zeitraum rund 338 Millionen Euro
angeworben. Das zeige deutlich, wie groß das Potenzial in Thüringen
noch sei, so der zuständige Minister Gruhner. «Wir müssen was machen
und wir müssen unsere europapolitische Strategie voll darauf
fokussieren, wie können wir einerseits in Europa sichtbarer werden
und andererseits mehr Geld aus Europa nach Thüringen holen.»
Deshalb hatte die Staatskanzlei am Montag zum Tag der
EU-Förderprogramme geladen. Das gemeinsam mit der Organisation für
wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) gestartete
Projekt soll Kommunen, Vereine und Initiativen über Möglichkeiten und
europäische Ansprechpartner für Förderungen informieren.
Organisiert wurde die Veranstaltung von der Thüringer
Landesvertretung in Brüssel. Diese verstehe sich als Dienstleister
gerade auch für Kommunen, denen das Personal fehle, alles zu wissen
und zu durchforsten, was es an Programmen gebe, sagte Gruhner. Das
Ganze sei Teil einer langfristigen Strategie. «Das Ziel zumindest für
diese Legislaturperiode ist, dass das Geld, das wir aus Europa aus
den direkt verwalteten Fonds bekommen, zumindest verdoppeln.»
