EU-Afrika-Gipfel beendet: Zukunft liegt in Zusammenarbeit

25.11.2025 15:55

Nach zwei Tagen ist der EU-Afrika-Gipfel beendet. In der
Abschlusserklärung gibt es viel Betonung von Gemeinsamkeiten. Doch
allzu konkret wird es nicht.

Luanda (dpa) - Die Staaten der EU und der Afrikanischen Union (AU)
haben zum Abschluss ihres zweitägigen Gipfeltreffens in der
angolanischen Hauptstadt Luanda in ihrer Abschlusserklärung betont,
die gemeinsame Zukunft beider Kontinente liege in engerer
Zusammenarbeit. «Wir sind entschlossen, unsere Partnerschaft weiter
zu stärken und neue Chancen zu erschließen», heißt es darin.

Verurteilung der Gräueltaten im Sudan

Zugleich wurde in der Erklärung der Blick auf die Konflikte auf
beiden Kontinenten gesetzt - den Krieg in der Ukraine ebenso wie die
Konflikte in der Demokratischen Republik Kongo und insbesondere im
Sudan. «Wir verurteilen die Gräueltaten, die die (Miliz) RSF in
Al-Faschir nach der Einnahme der Stadt begangen haben, und fordern
die sofortige Einstellung der Kampfhandlungen sowie einen
ungehinderten humanitären Zugang im ganzen Land», bekräftigten die
Regierungschefs der EU- und AU-Staaten angesichts der Lage in der
sudanesischen Region Nord Darfur. Die Vereinten Nationen bezeichnen
den seit zweieinhalb Jahren andauernden Krieg im Sudan als die größte
humanitäre Krise weltweit.

Costa betont gemeinsame Werte

Nach der Abschlussveranstaltung betonte António Costa, der Präsident
des Europäischen Rates, die Partnerschaft beider Kontinente gründeten
auf gemeinsamen Werten. Mit Blick auf den Krieg in der Ukraine und
die Konflikte in Afrika sagte er, keiner dieser Konflikte, in denen
das Völkerrecht verletzt werde, sei lokal oder regional. Die
internationale Ordnung müsse aufrechterhalten werden: «Die
Alternative ist Chaos.»

In der Abschlusserklärung begrüßten beide Seiten die verschiedenen
Engagements der EU im Rahmen der Gemeinsamen Sicherheits- und
Verteidigungspolitik in Afrika, einschließlich des langjährigen
EU-Beitrags zu afrikanischen Friedensmissionen. Zudem unterstrichen
sie die Bedeutung eines gemeinsamen Kampfes gegen Terrorismus und
gewalttätigen Extremismus.

Bekenntnis zu Menschenrechten ohne kritischen Umgang mit aktuellen
Ereignissen

Beide Seiten bekräftigten ihr Bekenntnis zu Demokratie, guter
Regierungsführung, Rechtsstaatlichkeit, Menschenrechten und
Medienfreiheit. Keine Rede war in der Erklärung hingegen von
aktuellen Menschenrechtsverletzungen, den Umgang mit politischen
Gegnern in vielen afrikanischen Staaten, Gewalt bei der
Niederschlagung von Protesten wie zuletzt nach der Wahl im
ostafrikanischen Tansania oder der strafrechtlichen Verfolgung
homosexueller Menschen in fast allen afrikanischen Staaten. 

Wie bereits während des zweitägigen Treffens nahmen auch die
wirtschaftliche Zusammenarbeit, Handel und Investitionen einen großen
Teil der Abschlusserklärung ein. Dabei ging es auch um
Klimaschutzfinanzierung und die Förderung grüner Energie in Afrika.

Kampf gegen Schlepper und Verbesserung legaler Migration

Nachdem die Gipfelteilnehmer am Dienstag insbesondere über Migration
und Mobilität beraten hatten, verpflichteten sich Europäer und
Afrikaner in der Abschlusserklärung zur Stärkung der Zusammenarbeit
durch umfassende und für beide Seiten vorteilhafte Partnerschaften
zur Verhinderung irregulärer Migration, zur Bekämpfung von Schleusung
und Menschenhandel. Dabei gehe es auch um «die Verbesserung einer
effektiven, sicheren, zeitnahen und würdevollen Rückkehr,
Rückübernahme und nachhaltigen Wiedereingliederung, unter anderem
durch die Förderung freiwilliger Rückkehr». Zudem sollten legale Wege

für Mobilität und Migration verbessert werden, hieß es.