Haushalt der Europäischen Union für 2026 in Kraft

26.11.2025 13:06

Der EU-Geldtopf für 2026 ist beschlossene Sache. Es ist weniger drin
als vorher, aber mehr Mittel soll es etwa für Verteidigung geben. Das
Thema Finanzen ist damit in der EU jedoch nicht vom Tisch.

Straßburg (dpa) - Das gemeinschaftliche Budget der Europäischen Union
für das nächste Jahr in Höhe von rund 190 Milliarden Euro ist final
angenommen. Die Abgeordneten des Europaparlaments in Straßburg
stimmten für den Haushalt 2026. Parlamentspräsidentin Roberta Metsola
unterzeichnete ihn anschließend und setzte ihn damit in Kraft. Die EU
will mehr Geld für Verteidigung und Grenzsicherheit ausgeben, der
Gesamthaushalt schrumpft aber im Vergleich zum laufenden
Haushaltsjahr um rund zehn Milliarden.

Unterhändler des Parlaments und der Mitgliedstaaten hatten sich Mitte
November auf den Etat geeinigt. Verhandelt wurde damals bis in den
frühen Morgen. Wie üblich wollten die Staaten mit 186,24 Milliarden
Euro weniger Geld vorsehen als das Parlament mit 193,9 Milliarden.

Mehr Geld für «Migration und Grenzmanagement»

Wie aus Angaben der EU-Staaten hervorgeht, steigen die geplanten
Ausgaben für den Bereich Sicherheit und Verteidigung um knapp 200
Millionen Euro auf gut 2,8 Milliarden. Rund 230 Millionen Euro mehr -
und damit insgesamt etwas mehr als 5 Milliarden Euro - sind diesen
Angaben zufolge für «Migration und Grenzmanagement» vorgesehen. 

Die Abgeordneten sicherten nach Parlamentsangaben zudem 372,7
Millionen Euro für zentrale Programme, darunter 105 Millionen Euro
zur Förderung europäischer Agrarerzeugnisse, eine Priorität des
Parlaments.

Der Plan für 2026 ist der sechste im Rahmen des sogenannten
Mehrjährigen Finanzrahmens (MFR) für den Zeitraum 2021 bis 2027. Der
Gemeinschaftsetat umfasst rund 1,1 Billionen Euro. Deutschland
steuert als größter Nettozahler der Union fast ein Viertel der Mittel
bei, profitiert aber gleichzeitig vom EU-Binnenmarkt. Derzeit wird in
Brüssel über ein neues Mehrjahresbudget von 2028 bis 2034 gerungen.