Sexpuppen in Kinderoptik - EU verlangt Auskunft von Shein
26.11.2025 15:05
Illegale Waffen und kindlich aussehende Sexpuppen: Der Online-Händler
Shein steht in Frankreich bereits seit Wochen wegen illegaler
Produkte unter Druck. Jetzt schaltet sich auch die EU ein.
Brüssel (dpa) - Nach einem Skandal um den Verkauf von Sexpuppen und
Waffen verlangt die EU-Kommission Auskünfte vom Billig-Onlinehändler
Shein. Es gebe Hinweise durch die französischen Behörden, dass auf
dem Online-Marktplatz illegale Waren angeboten würden und der
Anbieter damit ein «systemisches Risiko» für die Verbraucher in der
EU darstellen könnte, sagte ein Sprecher der Brüsseler Behörde.
Die Kommission fordere die Plattform nun mit einem Auskunftsersuchen
auf, detaillierte Informationen und interne Dokumente darüber
vorzulegen, wie sie Minderjährige vor unangemessenen Inhalten schützt
und den Verkauf illegaler Produkte unterbindet, heißt es in einer
Mitteilung. Shein teilte mit, die Anfrage erhalten zu haben und sie
umgehend beantworten zu wollen. Man teile das Ziel, dass Verbraucher
in der EU beruhigt online einkaufen könnten.
Grundlage für das Auskunftsersuchen ist das Gesetz über digitale
Dienste (DSA). Es soll unter anderem sicherstellen, dass Plattformen
illegale Inhalte auf ihren Seiten schneller entfernen als bislang.
Nutzern wird es wiederum leichter gemacht, solche Inhalte zu melden.
Grundsätzlich müssen große Anbieter mehr Regeln befolgen als kleine.
Es ist bereits das dritte Mal, dass die EU Auskunft von Shein
verlangt. In einem nächsten Schritt könnte die Kommission ein
Verfahren gegen das Unternehmen eröffnen. Eine Suspendierung von
Online-Plattformen sei im Gesetz nur als allerletztes Mittel
vorgesehen, sagte der EU-Kommissionssprecher.
Unternehmen in Frankreich unter Druck
Shein steht in Frankreich bereits unter massivem Druck der Regierung,
die mehrere Verfahren gegen die Online-Plattform eingeleitet hat und
mit einer Seitensperre für Frankreich droht. Anfang des Monats hatte
Shein eine erste feste Ladenfläche in Frankreich eröffnet. Besondere
Brisanz bekam die Eröffnung, weil kurz vorher öffentlich wurde, dass
bei dem Online-Händler Sexpuppen in Kinderoptik und auch in
Frankreich genehmigungspflichtige Waffen angeboten wurden.
Auf europäischer Ebene hatte Frankreich die EU-Kommission zu einer
Untersuchung und einem harten Durchgreifen gegen Shein aufgefordert.
