Deutsche sind in EU-Behörden weiter unterrepräsentiert
26.11.2025 14:25
Seit sechs Jahren kein großes Auswahlverfahren für EU-Beamte mehr:
Die Bundesregierung nennt das als einen Grund, warum Deutschland beim
Anteil der EU-Beschäftigten nicht aufgeholt hat.
Berlin (dpa) - Die Bundesregierung plant «weitere Maßnahmen», um
möglichst viele Deutsche für eine Karriere in der EU zu begeistern.
«Die Zahl der Deutschen in EU-Institutionen ist im Vergleich zu
anderen Mitgliedstaaten tatsächlich nach wie vor zu gering. Daran
müssen wir gemeinsam, allen voran mit der EU-Kommission, arbeiten»,
sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amtes in Berlin dazu.
Es gebe keine festen Quoten, aber einen internen Richtwert, der bei
13,8 Prozent liege - «und er wird in den meisten Personalkategorien
nicht erreicht», sagte der Sprecher. Im vergleichbaren höheren Dienst
der EU-Kommission seien rund 1.500 Deutsche beschäftigt, ein Anteil
von 9 Prozent. Im Management sehe es besser aus. Bei den
Einstiegsbesoldungen stelle Deutschland dagegen nur sieben Prozent
der Beschäftigten, also rund die Hälfte des Richtwertes.
Ein Problem sei, dass es seit sechs Jahren kein großes allgemeines
Auswahlverfahren mehr gegeben habe, also keinen sogenannten Concours
für EU-Beamte. Der Sprecher sagte: «Wir hoffen eben, dass es diese
Möglichkeit bald wiedergeben wird und würden natürlich im Rahmen
unserer Möglichkeiten dann darauf hinwirken, dass sich möglichst
viele Deutsche dafür auch begeistern können und bewerben würden.»
