US-Ukraine-Plan: Kallas will Putins Position schwächen

26.11.2025 14:46

Besteht eine Chance, Russland zu echten Verhandlungen über ein Ende
des Ukraine-Kriegs zu bewegen? Die EU-Außenbeauftragte ist
optimistisch. Und sagt, was die Europäer noch beitragen könnten.

Luxemburg/Brüssel (dpa) - Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas will
die Erfolgsaussichten der laufenden US-Initiative für ein Ende des
Ukraine-Krieges durch zusätzlichen Druck auf Russland erhöhen. Um das
bestmögliche Ergebnis für die Ukraine und für Europa zu sichern,
müsse man in dieser Richtung das Tempo erhöhen, sagte sie nach einer
Videoschalte mit den Außenministern der EU-Staaten und deren
ukrainischen Amtskollegen Andrij Sybiha. Dies bedeute: «Mehr
Sanktionen, um Russland die Mittel zur Fortsetzung des Krieges zu
entziehen, und mehr militärische sowie finanzielle Unterstützung für

die Ukraine».

Kallas betonte, derzeit gebe es noch keinerlei Hinweise darauf, dass
Russland zu einem Waffenstillstand bereit wäre. Man komme aber dem
Ziel näher, Russland in eine Situation zu bringen, in der es
tatsächlich verhandeln müsse.

«Russlands Sommeroffensive ist gescheitert. Die US- und EU-Sanktionen
zeigen enorme Wirkung. (...) Russland verliert Geld und Soldaten»,
sagte sie. Wenn Russland die Ukraine militärisch erobern könnte,
hätte es dies längst getan. Putin könne seine Ziele auf dem
Schlachtfeld nicht erreichen - deshalb werde er nun versuchen, sie am
Verhandlungstisch zu erreichen.

Kallas: Gibt nur wenige Kriege, in denen die Lage so eindeutig ist

Mit Blick auf die Arbeiten an dem US-Plan mahnte Kallas, der Ukraine
die größtmögliche Unterstützung zukommen zu lassen. «Es gibt welt
weit
nur wenige Kriege, in denen die Lage so eindeutig ist», sagte sie. Es
gebe einen Aggressor und ein Opfer. Der Fokus sollte darauf liegen,
was Russland - der Aggressor - tun muss, nicht darauf, was die
Ukraine - das Opfer - opfern müsse.

In der laufenden Debatte über die Nutzung von in der EU festgesetzten
russischen Vermögenswerten für die Ukraine forderte Kallas eine
schnelle Entscheidung. Das sogenannte Reparationsdarlehen sei der
klarste Weg, um die finanziellen Bedürfnisse der Ukraine für 2026 und
2027 abzudecken, erklärte sie. Er würde zudem auch das stärkste
Signal an Moskau senden, dass ein auf Zeit spielen nicht erfolgreich
sein werde.