Social-Media ab 16? Auch EU-Parlament fordert Mindestalter

26.11.2025 18:25

Altersschranken für soziale Netzwerke: Die Debatte um den
Kinderschutz im Internet gewinnt an Fahrt. Ein weiterer Stimmungstest
zeigt, in der EU ist man sich im Grundsatz einig.

Straßburg/Brüssel (dpa) - Tiktok, YouTube, Instagram und andere
soziale Medien sollten nach Ansicht des EU-Parlaments erst ab 16
Jahren erlaubt sein. Mit deutlicher Mehrheit stimmten die
Abgeordneten für die Forderung nach einem entsprechenden EU-weiten
Mindestalter. 13- bis 16-Jährigen solle der Zugang nur mit Zustimmung
der Eltern möglich sein, heißt es in einer Mitteilung des
Parlaments. 

In dem verabschiedeten Bericht, der zunächst keine bindende Wirkung
hat, wird zudem gefordert, mehr gegen Suchtfaktoren und manipulative
Strategien zu tun. Die Abgeordneten machten sich Sorgen um die
Gefahren für die körperliche und geistige Gesundheit Minderjähriger
im Internet. Die Regeln sollten demnach auch für Videoplattformen und
KI-Begleiter gelten. 

Auch deutscher Drogenbeauftragter befürwortet Altersfreigaben 

Die Staats- und Regierungschefs der EU-Staaten hatten sich Mitte
Oktober ebenfalls für Altersgrenzen auf Plattformen wie Tiktok,
Facebook und Co. ausgesprochen - wollten ihre nationalen
Zuständigkeiten aber nicht an Brüssel abgeben. In Deutschland sprach
sich zuletzt der Bundesdrogenbeauftragte Hendrik Streeck (CDU) für
Altersfreigaben und Schutzmechanismen nach FSK-Vorbild aus. 

EU-Kommission arbeitet bereits an Verifizierungs-App

Ursprünglich hatte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen der
Debatte mit ihrer Forderung nach einer Altersgrenze in den sozialen
Medien neuen Auftrieb gegeben. Eine Expertengruppe sollte demnach bis
Ende des Jahres über das beste Vorgehen für Europa beraten. Von der
Leyen nannte Australien als mögliches Vorbild. Das Land hatte sein
Social-Media-Verbot für Kinder unter 16 Jahren zuletzt sogar
ausgeweitet. 

An den technischen Voraussetzungen für Altersbeschränkungen arbeitet
die EU bereits. Denn die Europäische Kommission entwickelt eine
Verifizierungs-App zum Jugendschutz. Das Ziel: verlässliche
Altersnachweissysteme für Inhalte, die nicht für Kinder und
Jugendliche geeignet sind.