Weltartenkonferenz: EU-Antrag für mehr Aal-Schutz abgelehnt

27.11.2025 13:57

Der Europäische Aal ist gefährdet und der Handel mit ihm reguliert.
Von anderen Arten ist er kaum zu unterscheiden - was Schmuggel die
Tür öffnen könnte. Eine Idee für mehr Schutz bekam eine Absage.

Samarkand (dpa) - Für den Japanischen und den Amerikanischen Aal
kommen keine Handelsbeschränkungen wie für ihren gefährdeten
europäischen Verwandten. Dies hat die zuständige Kommission auf der
Weltartenkonferenz Cites in Samarkand beschlossen. Der Beschluss muss
zum Ende der Konferenz im Plenum noch bestätigt werden. 

Eingebracht hatte den Antrag die Europäische Union. Aalfleisch gilt
in einigen Ländern als Delikatesse und ist daher für den Handel
interessant.

Umweltschützer kritisierten die Entscheidung. Die Entscheidung, den
Antrag abzulehnen, sei «leider nicht richtungsweisend für den
Artenschutz und den Erhalt der Biodiversität», sagte Stefan Ziegler
vom WWF. 

Deutsche Delegation rechnete mit Diskussion bei Antrag

Die deutsche Delegationsleitung erwartete bereits Diskussionen beim
Thema Aale. Inka Gnittke, die Unterabteilungsleiterin Naturschutz
beim Umweltministerium ist, erklärte im Vorfeld der Konferenz: «Der
Gedanke bei den Aalen ist, dass sie für den Zoll in der Praxis ohne
DNA-Abgleich eigentlich nicht auseinanderzuhalten sind.» Der
Schmuggel mit geschützten Aalen, die dann zum Beispiel als
Japanischer Aal deklariert würden, sei daher nicht auszuschließen.
Für den Europäischen Aal waren bereits 2009 Handelsbeschränkungen
beschlossen worden.

Seit Montag beraten in der usbekischen Großstadt Samarkand fast 200
Vertragsstaaten des Cites-Artenschutzübereinkommens. Ziel der
Konvention ist, den internationalen Handel mit wildlebenden Tieren
und Pflanzen so zu begrenzen, dass das Überleben gefährdeter Arten
gesichert ist. Bislang ist der Handel mit mehr als 40.000 Tier- und
Pflanzenarten beschränkt oder verboten worden.