Europas höchster Militär: EU-Rüstung muss zusammenarbeiten

27.11.2025 14:12

Europas wichtigste Militärchefs tagen in Ulm. Bei dem Austausch ging
es vor allem um die Zusammenarbeit der Truppen in Krisengebieten.
Welche Rolle die Rüstungsindustrie dabei spielt.

Ulm (dpa) - Der höchste militärische EU-Repräsentant und
Generaldirektor des EU-Militärstabes, Generalleutnant Michiel van der
Laan, hat eine engere Zusammenarbeit der europäischen
Rüstungsindustrie gefordert. «Mein Ziel ist es als Soldat, dass wir
weniger unterschiedliche Systeme kriegen, damit die Zusammenarbeit
einfach besser wird», sagte der Niederländer am Rande eines Treffens
der militärischen Befehlshaber der Europäischen Union in Ulm. 

Mehrere Waffensysteme mit verschiedener Logistik und Munition seien
nicht hilfreich. Damit die unterschiedlichen Truppen der Länder
besser zusammenarbeiten können, müsse auch die europäische
Verteidigungsindustrie mehr zusammenarbeiten - statt miteinander zu
konkurrieren, so von der Laan weiter.

Was macht das EU-Militär?

Der Generalleutnant ist als höchster militärischer Repräsentant in
Brüssel der EU-Außenbeauftragten Kaja Kallas unterstellt. Seine
EU-Kommandanten sind losgelöst von der Nato, die EU-Militärstruktur
ist deutlich kleiner. Zuständig sind die Länder-Kommandanten unter
anderem für Einsätze außerhalb der EU, etwa in Bosnien. Sie treffen
sich einmal im Jahr. Kernthemen des diesjährigen Treffens mit rund 40
Teilnehmern waren unter anderem Missionen der nächsten Jahre und
aktuelle Operationen. 

In Ulm liegt mit dem sogenannten Multinationalen Kommando Operative
Führung eines der Hauptquartiere. In Paris, Rom, dem spanischen Rota,
der Stadt Larissa in Griechenland und Krakau gibt es weitere
«Headquarter». Die Kommandos helfen im Fall einer Krise dabei, etwa
Luftwaffen- oder Landeinsätze zu koordinieren.