Koalition will Lockerung vom Verbrenner-Aus in EU ab 2035

28.11.2025 11:29

Die Koalition hat sich auf eine gemeinsame Position zum geplanten Aus
für neue Verbrenner-Autos in der EU ab 2035 geeinigt - nach einem
langen Ringen. Die Autoindustrie soll mehr Spielräume bekommen.

Berlin (dpa) - Die schwarz-rote Koalition will sich auf EU-Ebene für
Lockerungen vom geplanten Aus für neue Verbrenner-Autos ab 2035
einsetzen. Demnach sollten auch nach 2035 «hocheffiziente Verbrenner»
zugelassen werden dürfen, wie die Deutsche Presse-Agentur aus
Fraktionskreisen nach dem Koalitionsausschuss erfuhr. Bundeskanzler
Friedrich Merz (CDU) wolle einen entsprechenden Brief an
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen schreiben.

Die EU-Kommission hatte nach Druck aus der Industrie und aus
Mitgliedsstaaten angekündigt, die Verordnung zum Verbrenner-Aus
überprüfen zu wollen. Einen Vorschlag dafür will die Kommission
voraussichtlich am 10. Dezember vorlegen.

Die EU hat beschlossen, dass Neuwagen ab 2035 im Betrieb kein
klimaschädliches Kohlenstoffdioxid (CO2) mehr ausstoßen dürfen. Das
hätte faktisch zur Folge, dass Neuwagen mit Verbrennungsmotor nicht
mehr zugelassen werden dürften. Ziel ist es, die Emissionen im
Verkehrssektor zu senken. 

Kein «harter Schnitt»

Merz hatte nach einem «Autogipfel» im Oktober gesagt, dass es 2035
keinen «harten Schnitt» geben dürfe. Hintergrund ist die kriselnde
Autobranche. Außerdem steigen zwar die Neuzulassungen von
Elektroautos, aber Ziele zum CO2-Ausstoß drohen verfehlt zu werden.
Viele Jobs in Deutschland hängen am Verbrenner.

Vizekanzler Lars Klingbeil (SPD) hatte sich offen für Lösungen
gezeigt, die Elektromobilität und Verbrennertechnologie verbinden und
Autoherstellern mehr Spielräume geben sollen. Im Wahlprogramm von CDU
und CSU hatte es geheißen, das Verbrenner-Verbot müsse rückgängig
gemacht werden.

Länder-Papier als Blaupause 

Bayerns Ministerpräsident und CSU-Chef Markus Söder hatte im Oktober
nach einer Konferenz der Ministerpräsidenten in Mainz mit Blick auf
ein Beschlusspapier der Länder gesagt: «Das Aus vom Verbrenner-Aus
ist eingeleitet.» Das müsse auch die Blaupause sein für eine Einigung

in der Koalition in Berlin und für die Position der Bundesregierung
in Europa.

In dem Beschlusspapier der Regierungschefinnen und Regierungschefs
der Länder vom Oktober wird die Bundesregierung gebeten, die «Zukunft
des Verbrennungsmotors» durch regulatorische Maßnahmen zu sichern. Es
dürfe kein starres Verbot der Verbrennertechnologie ab dem Jahr 2035
geben. Alternative klimafreundliche Antriebskonzepte,
klimafreundliche Kraftstoffe und ergänzende Übergangstechnologien wie
hocheffiziente Verbrenner, Plug-in-Hybride und Elektrofahrzeuge mit
einem sogenannten Range Extender seien erforderlich, um Beschäftigung
und Wertschöpfung in Deutschland zu sichern und ein Erreichen der
Klimaziele ohne Bruch in der Industrie zu gewährleisten.