Weimer plädiert bei EU-Treffen für ESC-Teilnahme Israels

28.11.2025 11:27

Kulturstaatsminister Weimer warnt vor Antisemitismus und Ausgrenzung
beim kommenden Eurovision Song Contest. In Brüssel will er darüber
mit seinen europäischen Kollegen sprechen.

Brüssel (dpa) - Kulturstaatsminister Wolfram Weimer (parteilos) hat
sich im Kreis der EU-Staaten für die Teilnahme Israels am kommenden
Eurovision Song Contest (ESC) ausgesprochen. «Da ist jede Form der
Ausgrenzung, jede Form von latentem Antisemitismus und jede Form von
Boykott Fehl am Platze», sagte Weimer vor einem Treffen der
Kulturminister der EU in Brüssel.

Er fügte hinzu: «Ich habe das gute Gefühl, dass eine große Zahl von

europäischen Partnerstaaten auch diese Position vertritt, und das
werden wir heute diskutieren.» Deutschland hatte die Absage von
Auftritten jüdischer Künstlerinnen und Künstler in Europa auf die
Agenda des heutigen Treffens gesetzt. 

Mehrere Länder drohen mit ESC-Boykott 

Die TV-Sender und Rundfunkanstalten mehrerer Länder - darunter
Spanien und Irland - hatten in den vergangenen Monaten mit Blick auf
den Gazakrieg mit einem Boykott des ESC 2026 gedroht, sollte Israel
teilnehmen. Beim ESC entsenden die öffentlich-rechtlichen Sender eine
Musikgruppe, einen Künstler oder eine Künstlerin für ihr Land. Über

Israels Teilnahme sollen die TV-Sender und Rundfunkanstalten bei der
Europäischen Rundfunkunion (EBU) im Dezember entscheiden.

Der für Deutschland beim ESC federführende Südwestrundfunk (SWR)
hatte sich beim Thema bisher bedeckt gehalten und betont: «Es handelt
sich um einen Wettbewerb, der von EBU-Sendern, nicht von Regierungen
organisiert wird.» Nach dem Sieg des österreichischen Countertenors
JJ in Basel ist der ORF Gastgeber des 70. ESC. Das Finale ist am 16.
Mai 2026 in Wien.