Macron warnt vor «gewaltsamem Durchsetzen» von Mercosur-Deal
17.12.2025 13:55
Seit Jahren wird darum gerungen, nun könnte das
Mercosur-Freihandelsabkommen bald in trockenen Tüchern sein. Doch
Paris will sich eine mögliche Zustimmung gegen seinen Willen nicht
gefallen lassen.
Paris (dpa) - Im Ringen um das geplante Freihandelsabkommen der
Europäischen Union mit den vier lateinamerikanischen Mercosur-Staaten
hat Frankreich vor einer Zustimmung gegen seinen Willen gewarnt.
«Sollten die europäischen Instanzen den Willen zu einem gewaltsamen
Durchsetzen haben, würde Frankreich sich dem sehr hart
entgegenstellen», sagte Präsident Emmanuel Macron nach Darstellung
der französischen Regierungssprecherin Maud Brégeon in einer
Kabinettsitzung in Paris.
Bereits am Wochenende hatte Frankreich klargestellt, dass es zum
jetzigen Zeitpunkt keine Abstimmung der EU-Staaten über das Abkommen
will. Die Bedingungen dafür seien nicht gegeben. Geforderte
Nachbesserungen seien unvollständig und müssten konkretisiert und
umgesetzt werden. Auf Grundlage von Ankündigungen könne man nicht
entscheiden.
Proteste von Landwirten
Es brauche noch mehrere Wochen, hieß es nun aus Paris. Frankreich
steht dem Abkommen bereits seit Längerem kritisch gegenüber. Jüngst
wiederaufflammende Proteste von Landwirten, die Nachteile durch
unterschiedliche Standards fürchten, setzen Paris unter Druck.
Über das Abkommen zwischen der EU und den Mercosur-Staaten Brasilien,
Argentinien, Uruguay und Paraguay wird seit 1999 verhandelt. Die neue
Freihandelszone mit mehr als 700 Millionen Einwohnern wäre nach
Angaben der EU-Kommission die weltweit größte dieser Art. Die
EU-Kommission hatte die Verhandlungen über das Abkommen im
vergangenen Dezember trotz anhaltender Kritik aus Ländern wie
Frankreich abgeschlossen. Es fehlt aber noch die Zustimmung der
einzelnen EU-Mitgliedstaaten.
Eine Unterzeichnung soll am Rande des Gipfeltreffens der Staats- und
Regierungschefs der EU-Länder diese Woche erfolgen. Noch ist
allerdings nicht klar, ob die erforderliche Mehrheit zustande kommt.
