Panter warnt vor Verwässerung beim Verbrenner-Aus

17.12.2025 14:29

Milliarden stecken schon in der Elektro-Revolution - doch neue
EU-Pläne könnten für Verwirrung sorgen. Was Wirtschaftsminister
Panter jetzt für Sachsens Autobauer fordert.

Dresden (dpa/sn) - Sachsens Wirtschaftsminister Dirk Panter hat
angesichts der geplanten Änderungen am EU-Verbrenner-Aus ab 2035 vor
einer Abkehr vom bisherigen Kurs gewarnt. «Mehr Flexibilität darf die
Richtung nicht verwässern - der Kurs zur Elektromobilität bleibt
entscheidend», der SPD-Politiker zu den Anpassungsplänen der
EU-Kommission.

Für die sächsischen Automobil- und Zulieferstandorte sei
Planungssicherheit zentral, betonte Panter. «Die Industrie hat
Milliarden in die Transformation investiert. Unsere Unternehmen
brauchen stabile Leitplanken, nicht wechselnde Signale.» Die
EU-Vorschläge brächten zwar mehr Flexibilität, dürften aber nicht z
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Unsicherheit bei Investitionen führen.

Spielraum mit Risiko

Nach den Plänen der EU-Kommission sollen Neuwagen nach 2035 nicht
mehr zwingend vollständig emissionsfrei sein. Statt eines
CO2-Reduktionsziels von 100 Prozent ist vorgesehen, dass die
Hersteller ihre Flottenemissionen im Vergleich zu 2021 um mindestens
90 Prozent senken.

Damit könnten auch neue Verbrenner, Hybride oder Range-Extender -
also Elektroautos mit kleinem Verbrennungsmotor zur
Reichweitenverlängerung - weiterhin zugelassen werden, sofern die
Flottengrenzwerte eingehalten werden. Zudem sollen Einsparungen in
vor- und nachgelagerten Bereichen, etwa durch klimafreundlichere
Materialien, angerechnet werden. 

Panter verwies auf die Bedeutung abgestimmter Entscheidungen auf
europäischer und nationaler Ebene. Das jüngst vorgestellte
Förderprogramm der Bundesregierung für Elektrofahrzeuge bezeichnete
er als richtigen Schritt, um insbesondere Haushalte mit niedrigen und
mittleren Einkommen zu entlasten und die Nachfrage zu stabilisieren.
«Ein funktionierender Massenmarkt ist Voraussetzung dafür, dass
unsere Werke auslasten können und Innovationen ihren Weg in die
Breite finden», sagte der Minister. 

Tempo verhandelbar, Ziel nicht

Zugleich richtete Panter klare Erwartungen an EU und Bund: «Wenn wir
über neue Regeln sprechen, müssen wir gleichzeitig sicherstellen,
dass Investitionen planbar bleiben und dass der Markt für
Elektromobilität konsequent weiter aufgebaut wird.» Über Anpassungen

beim Tempo könne man reden, «aber nicht über das Ziel: eine starke,
wettbewerbsfähige und klimaneutrale Automobilindustrie in Europa».