Deutschland darf Lkw-Ladepunkte mit 1,6 Milliarden fördern

17.12.2025 15:31

Nur ein Bruchteil der deutschen Lastwagen fährt elektrisch. Mit einer
Milliardenförderung und neuen Gebühren will die Bundesregierung
elektrische schwere Nutzfahrzeuge attraktiver machen.

Brüssel (dpa) - Die EU-Kommission hat ein deutsches Förderprogramm in
Höhe von bis zu 1,6 Milliarden Euro für den Aufbau von
Schnellladestationen für Elektro-Lastwagen genehmigt. Das Geld soll
den Aufbau einer flächendeckenden Ladeinfrastruktur entlang der
Autobahnen ermöglichen.

Die Maßnahme sieht vor, dass bis zu 1.410 Ladepunkte für elektrische
Nutzfahrzeuge an mehr als 120 unbewirtschafteten Rastplätzen entlang
deutscher Autobahnen installiert werden. Das Programm wird von der
Autobahn GmbH des Bundes verwaltet. Nach Angaben der nationalen
Leitstelle Ladeinfrastruktur gibt es derzeit in Deutschland rund 250
öffentliche Lkw-Ladepunkte.

Die Förderung erfolgt in Form von direkten Zuschüssen und
wiederkehrenden Zahlungen, die einen Teil der Bau- und Betriebskosten
decken. Die Betreiber werden in einem Ausschreibungsverfahren
ausgewählt.

Kosten sollen an den Bund zurückgezahlt werden

Vorgesehen ist zudem eine Ladeinfrastrukturgebühr, die im Preis für
die Nutzung enthalten sein und von den Betreibern an den Bund
zurückgezahlt werden soll. Die Höhe wird weitgehend durch das
Ausschreibungsverfahren bestimmt und alle zwei Jahre überprüft. 

Bislang sind Elektro-Lkw in Deutschland kaum verbreitet. Im April
2025 waren den Angaben der EU-Kommission zufolge nur 0,37 Prozent der
zugelassenen Schwerlastfahrzeuge elektrisch betrieben. 

Als Hüterin eines fairen Wettbewerbs in der EU prüft die Europäis
che
Kommission, ob staatliche Beihilfen verzerrend in den Markt
eingreifen. Sie kam zu dem Schluss, dass das Vorhaben Deutschlands
mit EU-Recht im Einklang ist.