EU will Zusammenarbeit mit Westbalkan-Ländern vertiefen

17.12.2025 20:49

Länder wie Albanien oder Montenegro streben seit langem in die EU.
Auch aus Brüsseler Sicht wächst der Druck für eine engere Beziehung.


Brüssel (dpa) - Die EU will die Staaten des westlichen Balkans enger
an sich binden. Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine und die
zunehmenden geopolitischen Herausforderungen unterstrichen die
Notwendigkeit immer engerer Beziehungen, heißt es in einer
gemeinsamen Erklärung der 27 EU-Staaten und fünf Staaten der Region
nach einem Gipfeltreffen in Brüssel. Die Zukunft des westlichen
Balkans liege in der Europäischen Union. 

Zu den Gesprächen reisten Spitzenvertreter aus Albanien,
Bosnien-Herzegowina, Montenegro, Nordmazedonien und dem Kosovo nach
Brüssel. Serbiens Staatspräsident Aleksandar Vucic hatte entschieden,
nicht an dem Gipfeltreffen teilzunehmen. Die genauen Hintergründe
waren zunächst nicht bekannt.

Länder sollen Reformen vorantreiben

Grundsätzlich will die Europäische Union alle sechs Länder zu
weiteren Reformanstrengungen ermuntern, die dann irgendwann in die
EU-Aufnahme münden sollen. «Wir begrüßen die neue Dynamik und die
seit dem letzten Gipfel erzielten Fortschritte», heißt es in der
Erklärung weiter. 

Die Beitrittskandidaten müssten aber ihre Reformanstrengungen
verstärken. Parallel dazu müsse auch die EU ihre internen Reformen
vorantreiben. Die Erweiterung sei eine geostrategische Investition in
Frieden, Sicherheit, Stabilität und Wohlstand. 

Beitrittsprozesse laufen

Am weitesten im EU-Aufnahmeprozess ist nach der jüngsten Analyse der
EU-Kommission Montenegro. Dem Land wird bescheinigt, die
Beitrittsverhandlungen bis Ende 2026 abschließen zu können, wenn es
das Reformtempo beibehält. Für Albanien wird ein Abschluss der
Beitrittsverhandlungen bis Ende 2027 für möglich gehalten. 

Seit 2018 gibt es regelmäßige Treffen der Spitzen der EU und der
Länder des westlichen Balkans. Das nächste soll im Juni in Montenegro
stattfinden.